Zum Kongressvortrag von Dr. Lutz Riedel und Dorothee Osterhagen „Die Eigenharnanwendung – Ein universelles Heilmittel für jedermann“, am Sonntag, 04. März 2018, von 16.30 bis 17.30 Uhr

Mit diesem Vortragsthema bieten Dorothee Osterhagen und Dr. Lutz Riedel auf dem Spirit of Health Kongress 2018 spannende Einblicke in die Eigenharntherapie. Sie verbinden diese mit einer Fülle von Informationen rund um die therapeutischen Anwendungsmöglichkeiten u.a. auch des „Shiva-Wassers“, des so genannten „Viertelharns“, dessen Bezeichnung sich vom hinduistischen Gottesaspekt Shiva ableitet. Das Damar Tantra überliefert im Shivambu Kalpa Vidhi, wie Shiva seine Frau Parvati in der Eigenharntherapie unterweist und ihr dabei auch die Herstellung und Anwendung des gekochten Urins, des Viertelharns, erklärt. Der Begriff Shivambu wird noch heute im indischen Sprachgebrauch für Urintherapie verwendet. Im Ayurveda und in der Siddha-Medizin werden verschiedene gesundheitlich sinnvolle Anwendungen der Urintherapie erwähnt. So soll sich Shivambu positiv auf die Lebensenergie und auf das Bewusstsein auswirken.

 Osterhagen Riedel

Dorothee Osterhagen war Vorsitzende Richterin am Landgericht Köln. Zur Naturheilkunde kam sie über ihre Tätigkeit als Meditationslehrerin (TM). Damit einher gingen langjährige praktische Erfahrungen und Lehrgänge im Maharishi-Ayurveda. Als Patientin der in Stuttgart tätigen Heilpraktikerin Helga Schuler kam sie zur Anwendung des gekochten Urins. Seit Jahrzehnten praktiziert sie die Eigenharntherapie selbst und erfreut sich bester Gesundheit. Aus dem Kontakt zu Helga Schuler entstand die Idee, gemeinsam ein Buch über den in der westlichen Eigenharntherapie weitgehend unbekannten gekochten Urin zu schreiben, um die Öffentlichkeit auf diese Möglichkeit der Selbsttherapie aufmerksam zu machen. Unter dem Titel „Shivawasser – Selbstheilung mit dem Superharn“ erschien das Werk in der Erstausgabe im Jahr 2010. Heute ist es in überarbeiteter Auflage unter dem Titel „Shivawasser und Aquantin – Wässer des Lebens“ erhältlich.

Dr. Lutz Riedel betreibt seit mehr als zwanzig Jahren eine Praxis in Rannstedt, einer Gemeinde im Nordosten des Landkreises Weimarer Land. Dort kombiniert er die klassische Naturheilkunde mit neueren biologischen Heilverfahren. Der in Thüringen geborene Facharzt beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Eigenharntherapie, die auch Bestandteil seines umfassenden naturheilkundlichen Behandlungskonzeptes ist. Von der Neuraltherapie, Akupunktur, Störfeldsuche, Zahnherdforschung, Blutegelbehandlung, Entschlackungs- und Entgiftungskur über die Colon-Hydro-Therapie und Ernährungsberatung bis hin zur biologischen Krebstherapie und natürlichen Hormonregulation reichen die Säulen der im besten Sinne ganzheitlichen therapeutischen Herangehensweise in seiner Praxis. Dr. Lutz Riedel ist Mitglied in verschiedenen medizinischen Arbeitsgemeinschaften.

Bodenständigkeit und naturheilkundliche Ausrichtung in die Wiege gelegt

1944 in Stromberg, Westerwald, geboren, erlebte Dorothee Osterhagen ihre ersten zehn Lebensjahre auf dem Land, in „freier Wildbahn“, wie sie selbst sagt. Diese Erfahrungen haben ihr Empfinden für den Gemeinschaftssinn geprägt und sensibilisiert. Dass schon ihre Eltern naturheilkundlich ausgerichtet waren, ebnete sicherlich den Weg für ihre spätere Offenheit gegenüber der Alternativmedizin. Möglicherweise ging auch ihre ursprüngliche Idee, Ärztin zu werden, auf die bewusste Auseinandersetzung mit der Naturheilkunde in der Herkunftsfamilie zurück. 1964, gegen Ende ihrer Schulzeit auf dem Gymnasium, entsprach dieser Berufswunsch zumindest ihrem Plan. Chirurgie oder Psychiatrie waren dabei die von ihr anvisierten Fachrichtungen. Übrigens war das genau in dem Jahr, in dem der Chemiker Feodor Lynen den Nobelpreis für Medizin erhielt. Grund dafür waren seine Forschungen zum Stoffwechselgeschehen, insbesondere bei Diabetes und Arteriosklerose, die zur Entwicklung neuer Medikamente gegen zu hohe Cholesterinwerte im Blut führten, Präparate, die heute noch zu den umsatzstärksten in der Pharmaindsutrie gehören.

Nach einem Semester Medizin und einem Praktikum als Krankenpflegerin in der Psychiatrie wechselte Dorothee Osterhagen jedoch zum Jurastudium über. „Ich habe den Wechsel nie bereut. Die systematische Denkschulung im Jurastudium hat mich enorm bereichert. Ich habe nie ‚nur Jura‘ gemacht. Neben dem Studium und der Referendarzeit absolvierte ich eine Ausbildung zur Meditationslehrerin mit dem Schwerpunkt ‚Transzendentale Meditation‘ und arbeitete mit Jugendlichen im Drogenentzug. Daneben ‚jobbte‘ ich längere Zeit als Assistentin eines Bundestagsabgeordneten und besuchte Seminare in ayurvedischer Medizin. Die Erfahrung aus diesen Tätigkeiten war mir in meinem späteren Beruf als Richterin sehr von Nutzen, ebenso mein problemloser Zugang zu medizinischen Themen“, berichtet sie selbst.

Rückkehr zur Passion Naturheilkunde

Als Richterin hat sie später längere Zeit eine Jugendstrafkammer am Landgericht Köln geleitet, später eine Kammer für Handelssachen und eine Berufungszivilkammer. Nachdem ihr Mann in den Ruhestand ging, hängte sie „das Richtschwert an den Nagel“ und ging in den fünf Jahren bis zum eigenen Ruhestand in den Sonderurlaub ohne Bezüge. „Ich habe meinen Richterberuf gerne ausgeübt. Genauso wichtig waren mir aber auch meine privaten Interessen: die Meditation und ihr philosophischer Hintergrund sowie die ayurvedische und naturheilkundliche Medizin. Im Ruhestand habe ich ein ‚Lebensthema‘ aus meinen frühen Zwanzigern in Angriff genommen, die Übersetzung eines der Werke des französischen Esoterikers und Sprachwissenschaftlers Fabre d’Olivet: ‚Histoire Philosophique du Genre Humain – Geisteswissenschaftliche Menschheitsgeschichte‘.“

Dabei plagten Dorothee Osterhagen Zweifel, ob sie diese Aufgabe überhaupt schaffen würde, doch in einer ayurvedischen Intensivkur, unter der Leitung ihres Meditationsmeisters Maharishi Mahesh Yogi, waren plötzlich die erforderliche Ruhe, das Verständnis und die Sprachsensibilität da und es gelang ihr, den schwierigsten Teil des komplexen Werkes ins Deutsche zu übersetzen.

Zur Urintherapie sei sie durch den Ayurveda gekommen – und auch ein wenig aus Eitelkeit. Eine befreundete Ayurvedaärztin habe ihr in einer Konsultation nach einer Panchakarmakur den Eigenharn als ideales Pflegemittel für die alternde Haut empfohlen. „Seitdem praktiziere ich die Urintherapie und meine Haut dankt es mir“, so Dorothee Osterhagen.

Erst Jahre später lernte sie Helga Schuler kennen. Die Heilpraktikerin aus Stuttgart erzählte ihr vom gekochten Urin und seiner potenzierten Heilkraft. Helga Schuler hatte Anfang der 1990er-Jahre aufgrund eigener Erfahrungen zur Eigenharntherapie gefunden und setzte ihre Kenntnisse fortan auch in ihrem therapeutischen Wirken um. An sich selbst und bei vielen ihrer Patienten erlebte sie, dass der gekochte Urin (auch Viertelharn genannt) ein ausgesprochen effektives und universell einsetzbares Heilmittel ist, das nicht nur Heilprozesse zu fördern vermag, sondern selbst dort noch weiterhelfen kann, wo frischer Urin zu keinem befriedigenden Ergebnis mehr führt.

Shiva-Wasser – vielseitiges Regenerationsmittel

Helga Schuler pflegte über viele Jahre einen lebendigen Erfahrungsaustausch mit allen nationalen und internationalen Harntherapeuten und Autoren. Um die vielseitigen inneren und äußeren Anwendungsmöglichkeiten sowie die verjüngende Wirkung des Shiva-Wassers, des gekochten Urins, bekannter zu machen, keimte die Idee in ihr auf, das fundierte Wissen in Form eines Buches zu präsentieren. Die beiden Frauen bündelten ihr Fachwissen. Die Recherchen und überwiegend den schriftstellerischen Anteil dabei übernahm Dorothee Osterhagen.

„Seinerzeit gab es nur ein Vorstück zum gekochten Urin, nämlich das Buch „Urin-Therapie (Verlag Phönix, 1999) des russischen Heilpraktikers Gennadi Malachow, das in Eile für einen Harntherapie-Kongress ins Deutsche übersetzt worden war. Es berichtete regelrechte Wunder über die erzielten Heilwirkungen. Die waren aber nach unserem Empfinden in mancher Hinsicht in seinen Erklärungen unbefriedigend dargestellt. Den ‚Urin-Traditionalisten‘ blieb die Heilkraft des gekochten Urins verborgen, weil sie einseitig biochemisch-stofflich gedacht und die Heilkraft des Urins allein aus den Inhaltsstoffen hergeleitet haben. G. Malachow hatte immerhin erkannt, dass man Shivas Anweisungen zum gekochten Urin biophysikalisch, also ‚aus den hinter dem Stoff wirkenden Kräften‘, entschlüsseln muss. So gesehen handelt es sich um einen alchemistischen Prozess. Diesen Ansatz konnte ich schon aufgrund meiner Kenntnisse des Ayurveda gut nachvollziehen. Das Abkochen gehört nämlich zu den gängigen ayurvedischen Veredelungsmethoden. Ich habe mich dann auf die Literatur gestürzt und versucht, Licht in das Geheimnis des gekochten Urins zu bringen, denn das Vorurteil sagte: ‚Beim Kochen des Urins geht doch alles kaputt!‘ Aus dem Ayurveda kannte ich bereits die Zubereitungsart des ‚Einkochens‘, der sog. Decoctions oder Abkochungen auf ein Viertel der Ausgangsmenge, mit der z.B. viele Rasayanas, das sind Kräftigungs- und Verjüngungsmittel, hergestellt werden. Und so verhält es sich auch mit dem gekochten Urin, dem Viertelharn. Er ist ein besonders potentes Heil- und Verjüngungsmittel. Aber was war das Geheimnis dieser Decoctions? Die Antwort, die ich gefunden zu haben glaube, und vieles mehr über den gekochten Urin, erfährt man bei unserem Vortrag im März 2018 in Berlin auf dem Spirit of Health Kongress“, berichtet Dorothee Osterhagen.

Von der bäuerlichen Großfamilie zum Facharztstudium

Auch Dr. Lutz Riedel ist ein „Kind vom Land“. Er erlebte von klein auf härteste Zeiten auf dem Dorf, wo „die Bauern sich damals bis auf‘s Blut schinden mussten, um für ihren Lebensunterhalt zu sorgen“. Nach der Umstellung auf LPG-Betriebe in der DDR wurden die Lebensbedingungen allmählich etwas besser. Im dörflichen Umfeld, das geprägt war durch Handwerk, kleinbäuerliche Betriebe und ein, wenngleich hartes, so doch eng am Rhythmus der Natur orientiertes Leben, gehörte Lutz Riedel zu den, wie er selbst sagt, „freilaufenden Neugierigen“. Dank seiner Großmutter mütterlicherseits hatte „Klein-Lutz“ schon früh Zugang zu Büchern. Die Oma las ihm viel vor. In der Grundschule erkannte sein Lehrer das Potenzial des wissbegierigen Kindes. Er versorgte es mit Lesefutter und weckte sein Interesse für Mineralogie und Biologie.

Die Oma und Ur-Oma seien damals naturheilkundlichen Verfahren ,wie etwa der Homöopathie und der Heilpflanzenkunde, sehr zugetan gewesen. Das hätte ihn als Kind nachhaltig geprägt. Nach dem Abitur habe er sich für das Medizinstudium entschieden, um Landarzt werden zu können, erinnert sich der Arzt.

Das Studium in Leipzig und Erfurt war somit ein entscheidender Schritt zum ersehnten Beruf. Doch im Laufe des Hochschulmedizinstudiums merkte Lutz Riedel auch, wie stiefmütterlich alle naturheilkundlichen Verfahren dort behandelt wurden. Dennoch konnte er Anfang der 1980er Jahre in der DDR eine – rückblickend seiner Einschätzung nach sogar sehr gute – Ausbildung im Bereich Akupunktur absolvieren. „Von dem Wissen profitiere ich heute noch“, so Dr. Riedel, „aber aus meiner Sicht setzt die Akupunktur nicht bei den tatsächlichen Ursachen von Krankheiten an. Die liegen nämlich meines Erachtens wesentlich bei falscher Ernährung und vorhandenen Störfeldern!“

In seiner Pflichtassistenzzeit beschäftigte sich der angehende Arzt weiterhin intensiv mit der Naturheilkunde. In dem Buch „Der Arzt in der Praxis“ des Stuttgarter Arztes Niko Schmücker fand Lutz Riedel wesentliche Anregungen für seine Tätigkeit, besonders auch für die Schröpftherapie und die Blutegelbehandlung.

Unermüdlicher Forschergeist prägte sein Schaffen

Seine kindliche Neugierde hat sich Lutz Riedel zeit seines Lebens bewahrt. Und die führte ihn auch zur Neuraltherapie in Verbindung mit dem Lokalanästhetikum Procain. Zu der Zeit, Anfang der 1980er Jahre, stolperte Lutz Riedel auch über das erste Buch, das sich mit der Harntherapie befasste. Von den Bauern aus seiner Kindheit wusste er schon, dass das „Bepinkeln“ von Wunden zu den bekannten und gängigen Sofortmaßnahmen bei der Landbevölkerung gehörte. Damals noch in der DDR besorgte er sich alles an Literatur, was er aus dem engeren und weiteren Bereich der Naturheilkunde bekommen konnte.

Die Wende erlebte der Arzt hautnah in Berlin. Gleich danach suchte er jene Ärzte auf, deren Bücher er zuvor schon gelesen hatte. Bücher wie „Ein ganz besonderer Saft – Urin“ von Carmen Thomas gehörten dazu. Als Stationsarzt in einer Klinik für Querschnittsgelähmte in Berlin-Buch sammelte er weitere praktische Erfahrungen und besorgte sich weiterhin alles an Literatur, was er an Fachpublikationen zur Naturheilkunde finden konnte. Im Jahre 1999 nahm Dr. Lutz Riedel am Harntherapiekongress in Gersfeld teil. Damals gab es eine regelrechte Harntherapie-Bewegung in Deutschland. Er wurde Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Harntherapie.

Dr. Lutz Riedel gehörte schnell zu den wenigen Medizinern, die in Deutschland aktiv im Bereich Harntherapie tätig waren. Seine Leidenschaft für dieses Thema führte ihn schließlich im Jahr 2002 auch zum Weltkongress in Brasilien sowie später noch zu einem weiteren Kongress in San Diego, Kalifornien. Dort lernte er auch Charlotte Gerson kennen, Tochter von Dr. Max Gerson. Gerson war ein Pionier der Ganzheitsmedizin und entwickelte die gerade bei chronischen Erkrankungen sehr erfolgreiche „Gerson-Therapie“. Diesen Therapieansatz stellte Dr. Gerson schon 1959 in seinem Buch „Eine Krebstherapie – 50 Fälle“ vor.

Sein naturheilkundliches Wissen vervollständigte Dr. Lutz Riedel also kontinuierlich. Die Neuraltherapie und die Zahnherdforschung gehören inzwischen zu seinen Schwerpunkten. Was die Urintherapie angeht, sagt er: „Anfangs war ich selbst zurückhaltend damit, Urin zu trinken. Der anerzogene ‚Ekelfaktor‘ wirkte da wohl noch. Inzwischen halte ich Urin, das ‚Heilige Wasser‘, für eines der preiswertesten und nebenwirkungsärmsten Naturheilmitteln überhaupt und trinke ihn täglich.“

Dr. Lutz Riedel ist Mitglied in der DAH (Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Herdforschung), der DgfAN (Deutsche Gesellschaft für Akupunktur und Neuraltherapie), der DGH (Deutsche Gesellschaft für Harntherapie e.V.), bei EMIKO (Effektive Mikroorganismen e.V.), in der DGTHA (Deutsche Gesellschaft zur Förderung der Therapie mit Blutegeln) und in der ABL (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft) in Thüringen. Regional engagiert er sich für schadstofffreie Landwirtschaft nach anthroposophischen Prinzipien.

Mit Dorothee Osterhagen und Dr. Lutz Riedel ließen sich für den Spirit of Health Kongress 2018 zwei der renommiertesten Experten aus dem Bereich Urintherapie gewinnen.

 

Shivawasser im Jim Humble Verlag

Dorothee Osterhagen, Helga Schuler: Shivawasser – Selbstheilung mit dem Superharn

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