Autor: Rainer Taufertshöfer

Das Fundament der Wirbelsäule ist das Becken mit seinem Kreuzbein. Eine Fehlstellung der sogenannten »Basis« führt zu Fehlbelastungen der gesamten Wirbelsäule bis hin zum Kopf. Die richtige Stellung der Wirbelsäule ist die Grundlage für die Gesundheit des Menschen.

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»Die Manipulationsbehandlung der Wirbelsäule zeitigt meist gute Erfolge, die zwischen vollständiger Rehabilitation und bedeutender Linderung der Symptome variieren können. Die Behandlungserfolge sind vom Alter des Patienten, vom individuellen Beschwerdebild und von der Dauer der Probleme abhängig.« [1]

Der Beckenschiefstand gilt als eine der häufigsten Ursachen für Rückenbeschwerden. Ein solcher zieht eine Beinlängendifferenz nach sich. Als Reaktion auf diese Fehlstellung der körperlichen Statik finden Kompensationsversuche einzelner Wirbelkörper statt: Es kommt zu Verschiebungen in der Wirbelsäule – die Muskulatur verspannt, die Bandscheiben werden über das natürliche Maß hinaus komprimiert und Nervenbahnen irritiert, es entstehen »Schmerzen«.

Dr. Ackermann führt als Therapieweg hierzu aus: »Um einen nachhaltenden Behandlungserfolg zu erreichen, muss der Therapeut die gesamte Wirbelsäule von unten bis oben kontrollieren und behandeln laut einem holistischen Behandlungsprinzip.« [2]

Er stellte bei seinen Untersuchungen fest, dass etwa achtzig Prozent der Bevölkerung Rückenbeschwerden haben und etwa sechzig Prozent aller Schulkinder eine ungleiche Beinlänge aufweisen. Diese Fehlstellung, oft in Kindesjahren erworben, liegt latent vor und beeinflusst das Gelenkspiel zeitlebens. Dies führt zwangsläufig, wie oben beschrieben, zu weiteren reflektorischen Muskelspannungen mit entsprechenden Schmerzpunkten und degenerativen Veränderungen im Bandscheiben- und Wirbelbereich.

Beinlängendifferenz als Ursache für Rückenleiden?

Auch in meiner Praxis zeigt sich, dass ein Großteil aller Erwachsenen bereits das Phänomen “Rückenschmerz“ – begründet in der benannten Dysbalance – kennt.

Die Versuche mit orthopädischen Schuheinlagen als Beinlängenausgleich, Bewegungstraining, Massagen, Physiotherapie, die begleitende Einnahme von Muskelrelaxantien oder Schmerz- und entzündungshemmenden Mitteln wie Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen und Acetylsalicylsäure bleiben meist ohne dauerhaften Behandlungserfolg für die Patienten.

Die Ergebnisse einer über lange Zeit unbehandelten oder ungenügend behandelten Beinlängendifferenz können allerdings nicht selten zu ernsthaften Bewegungseinschränkungen im fortgeschrittenen Stadium führen. Cortison-Therapien, im Extremfall Operationen, gehören zu den letzten Behandlungsmethoden eines langjährigen Leidensweges.

Die in der Wirbelsäule verlaufenden Nervenbahnen werden von dieser geschützt und versorgen eine Vielzahl menschlicher Organe und Körperfunktionen. Folglich können Fehlstellungen der Wirbelkörper zu zahlreichen Störungen im Bereich des Bewegungsapparates und der Organfunktionen führen. Unter Umständen können diese sogar bedrohliche Ausmaße annehmen und zu medizinischen Notfällen führen. Daher ist im Diagnoseverfahren auf mögliche Kontraindikationen für eine chiropraktische Behandlung und auf erwähnte Notfallzeichen zu achten.

Das Kreuz mit dem Kreuz…

Warum leidet der moderne Mensch an Rückenschmerzen? Diese Frage ist von der Schulmedizin noch nicht endgültig beantwortet worden. Der jährliche volkswirtschaftliche Schaden durch Rückenschmerzen in Deutschland wird auf rund 50 Milliarden Euro beziffert.

Die Zahlen sind eindeutig: Rückenschmerz ist ein enormer volkswirtschaftlicher Faktor. Mehr als ein Viertel aller Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage) in Deutschland gehen auf das Konto von Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems. Bei den Einzeldiagnosen führt der Rückenschmerz die Top-Ten-Liste an.[3]

Daher gehe ich als Heilpraktiker mit meinem Behandlungskonzept einige Schritte weiter, um einer aus meiner Sicht holistischen (ganzheitlichen) Behandlung gerecht zu werden. Ich sehe es als notwendig an, zu den pathophysiologischen Ursachen eines Beckenschiefstandes, und der gesamten Wirbelsäule bis zum Kopf des Patienten, weitreichendere Betrachtungsweisen hinzuzuziehen.

Auslösende oder gar forcierende Faktoren einer solchen Funktionsstörung, begründet in der Psyche und auch im Stoffwechselbereich des Menschen, sind ausschlaggebende Indikatoren einer muskulären Dysbalance, welche wiederum zu den eingangs erläuterten Phänomenen führen können.

Es ist immer wieder zu beobachten, dass sich die Betroffenen der belastenden Situationen meist selbst nicht bewusst sind, da der Alltag zur Normalität wurde – eine unbewusste Verdrängung stattgefunden hat. Doch gibt es auch die offenkundig erschöpften Patienten mit klarer Vorstellung ihrer belastenden Lebensumstände, welche demzufolge leichter zu therapieren sind. Akute beziehungsweise chronische Rückenschmerzen tun dann ihr Übriges, um in einen schwer zu durchbrechenden Leidenskreislauf gezogen zu werden.

Ich erwähnte bereits, dass die zu therapierenden Ursachen im seelischen Befinden und im Stoffwechselsystem des Patienten zu suchen sind. Daher ist das Patientenumfeld zwingend zu beurteilen. Im direkten Gespräch ist zu ergründen, inwieweit der Patient imstande ist, seine Alltagsaufgaben tatsächlich bewältigen und verarbeiten zu können.

Hierbei wird bei der körperlichen Untersuchung der Statik die Physiognomie beider Füße und des Kopfes mit beurteilt, die dem Behandler einen sehr tiefen Einblick in den körperlichen und seelischen Lebensweg des Patienten eröffnet. Dementsprechend ist es möglich das Verborgene “Weshalb und Warum“ bis in die tiefsten Ebenen des Seins zu durchleuchten.

Die gewonnenen Erkenntnisse fließen gleichermaßen in eine präzisierte, individuelle naturheilkundliche Therapie ein. Durch die vielfältigen diagnostischen Möglichkeiten der Irisdiagnose, auch Augendiagnose genannt, ergeben sich zusätzliche Hinweise auf störungsverursachende Stoffwechselvorgänge, die eine schlechte Versorgungslage aller körperlichen Funktionen und eine nervliche Überbeanspruchung begünstigen können.

Basierend auf diesen Ergebnissen hat sich ein homöopathisches Komplexmittel-Therapie-System bewährt. Aufgrund meiner umfangreichen Erfahrung liegen in den seltensten Fällen physiologische Beinlängendifferenzen, sondern „psychologische Beinlängendifferenzen“ vor.

Vielmehr ist es so, dass durch ein inneres Ungleichgewicht eine, die Beinlängendifferenz verursachende, Muskelspannung entsteht, welche vergleichbar ist mit der veränderten Muskelspannung eines kinesiologischen Armlängentestes.

Zusammenfassend stelle ich fest, dass folgende zusammenhängende Behandlungsverfahren bei Rückenbeschwerden ein effektives holistisches Behandlungsprinzip darstellen:

  • Vollständige Anamnese
  • Augen-/Irisdiagnostisches Verfahren
  • Untersuchung der Fuß- und Kopfphysiognomie
  • Körperliche Untersuchung des Bewegungsapparates
  • Akupunktur, Bestrahlung, Injektion
  • Chiropraktische Manipulation, Dorntherapie, NPSO nach HP Rudolf Siener
  • Bewegungstraining und Stabilisierungsübungen
  • Komplexmittelhomöopathie, Stoffwechseltherapie
  • Gesprächstherapie

Meine Erfahrung zeigt, dass bei einer rechtzeitigen und richtigen holistischen Behandlung einer Beinlängendifferenz schwerwiegende Bewegungseinschränkungen, aber auch Organ- und Befindlichkeitsstörungen vermeidbar und mit gutem bis sehr gutem Erfolg zu therapieren sind.

 

[1]                  Dr. Ackermann 2014: http://www.ackermann-institutet.se/de/behandlung/chiropraktik

[2]                  Dr. Ackermann 2014:  http://www.ackermann-institutet.se/de/behandlung/chiropraktik

 [3]                  Ärzte Zeitung online, 25.04.2013

Holistische Behandlung von Rückenbeschwerden

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