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Schon in den 1970er Jahren entdeckte der japanische Agrarwissenschaftler und Hochschullehrer Prof. Dr. Teruo Higa eine besondere Mikrobenmischung, die hauptsächlich aus Milchsäure- und Photosynthesebakterien sowie aus Hefen und fermentativen Pilzen besteht. Er nannte diese Mischung fortan „EM“ für „Effektive Mikroorganismen“, deren Wirkung sich vor allem darauf stützt, dass EM zusammen mit organischem Material eine Fülle an Vitaminen, organischen Säuren, mineralischen Chelatverbindungen und Antioxidantien produziert.

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Mit seinem Buch „Eine Revolution zur Rettung der Erde“[1] landete der Wissenschaftler in Japan in den 1990er Jahren einen Bestseller. Vielen engagierten Menschen ist zu verdanken, dass sich das Wissen rund um EM auch in Deutschland und weit über dessen Grenzen hinaus über die Jahre verbreiten konnte. Ein EM-Aktivist der ersten Stunde ist Pit Mau. Das Spirit of Health Magazin befragte den Wahlbremer darüber, wie alles begann, wo die besonderen Chancen von EM liegen und wie EM positiv Einfluss auf unterschiedlichste Lebensbereiche nehmen kann.

SoHM: Pit, wie kamst du eigentlich ursprünglich mit EM in Berührung?

Pit Mau: Über meinen Vater. Er interessierte sich für Kompostierung und war in dem Bereich auch tätig. 1996 hörte er von Prof. Dr. Higa, der 1995 erstmals in Europa (Paris) war. Da mein Vater kein Englisch kann, gab er mir diverse Texte über EM und bat mich darum sie zu übersetzen. Je mehr ich mich dann mit dem Thema beschäftigte, desto mehr fesselte es mich, obwohl ich kein Naturwissenschaftler bin. Diese Begeisterung führte schließlich über Umwege dazu, dass ich mithalf Prof. Dr. Higas Buch ins Deutsche zu übersetzen. Das Buch wurde dann auch hier erfolgreich verlegt. Ich habe es seinerzeit regelrecht „gefressen“. Ende der 1990er Jahre gab es hier dann schon die ersten EM-Pioniere. Landwirte interessierten sich dafür, und viele andere, die sowieso schon auf der Suche nach ökologisch wirklich nachhaltigen Lösungen waren, zeigten prompt ein großes Interesse an der EM-Technologie.

SoHM: Was hat dich als Stadtmensch und als jemanden, der Kunst, Englisch und Literatur studiert hat, denn so begeistert?

Pit Mau: Über meine damaligen politischen Sympathien für die Grünen war ich sowieso an allem interessiert, das wirklich effektive Alternativen für Umwelt und Natur zu versprechen schien. Bei EM hat mich vor allem die Schlüssigkeit überzeugt. Das war nichts, was auch nur entfernt einen esoterischen Überbau hatte mit irgendwelcher Geheimniskrämerei, sondern etwas, das transparent, praktisch, demokratisch war und von der Wirkung her reproduzierbare Lösungen anbot sowie konkrete Ergebnisse nachweisen konnte. Prof. Dr. Higa ist selbst einer, der die Macht der Wirtschaft und den Fortschrittswahn mit allen Konsequenzen für die Umwelt und somit die Menschen stets besorgt und kritisch beobachtete. Er vertritt die Ansicht, dass es Bereiche geben muss, die dem Wettbewerb nicht unterliegen sollten, insbesondere, wenn es um natürliche Ressourcen geht. Dieser Meinung schließe ich mich voll und ganz an. Higa wollte immer, dass EM in jedem Land verfügbar ist und eingesetzt werden kann und zwar im Idealfall regierungsseitig unterstützt. Das ist aktuell lediglich in Ägypten, Vietnam und Myanmar – auf halbstaatlicher Basis – der Fall.

SoHM: Bevor EM sozusagen deine Berufung wurde, hast du im Bereich Promotion für die Bremer Plattenfirma JARO gearbeitet, die hauptsächlich Weltmusik in ihrem Repertoire hat. Diesen sicherlich spannenden Job hast du wegen EM an den Nagel gehängt, um hauptberuflich als Geschäftsführer der Geschäftstelle des EM-Vereins in Bremen tätig zu sein. EM hat somit deinen beruflichen Werdegang entscheidend verändert. Doch welchen Einfluss hatte die neue Orientierung auf dein sonstiges Leben?

Pit Mau: Ich war Gründungsmitglied des EM e.V. und leite die Geschäftsstelle hier seit 2001. EM ist kein Nine-to-Five-Job, bei dem man den privaten vom beruflichen Bereich trennen könnte. Wir sind sozusagen während 24 Stunden immer irgendwie mit EM verbunden, denn es tangiert auch unsere gesamte Freizeit. Mit „wir“ meine ich meine Lebensgefährtin Weronika Chojnacki und mich. Sie arbeitet teilweise auch in der Geschäftsstelle mit und erstellt beispielsweise den Mondkalender für das EM-Mitgliedermagazin. Sie hat sogar ein Buch mit dem Titel „Die verwetteten Federn“[2] geschrieben, das sich an Kinder und Erwachsene gleichermaßen richtet und die Anwendung von EM auf spielerische Weise beleuchtet. Wenn wir also zum Beispiel in Urlaub sind und im Hotel merken, dass es irgendwo müffelt oder die Energie im Zimmer sich nicht gut anfühlt, machen wir den Hotelbesitzer natürlich darauf aufmerksam das Raumklima beispielsweise mittels EM optimieren zu können. Dazu gehört auch die Reduzierung von Elektrosmog etwa durch EM-Stecker.

SoHM: Apropos Urlaub – welche EM-Produkte sollte jeder im Haushalt oder aber im Urlaub bei sich haben?

Pit Mau: Im Urlaub auf jeden Fall ein paar EM-Pipes. Das sind kleine Keramik-Zylinder, die mit EM informiert wurden. Sie halten über lange Zeit das Wasser frisch. Ich weiß zum Beispiel von einer Reiseleiterin, die mit Gruppen Wüstenreisen unternimmt und immer EM-Pipes für die Wasserflaschen empfiehlt – mit gutem Erfolg. Dann sollte man im Urlaub wenigstens eine Flasche EM bei sich haben, am besten mit Sprühfunktion. Unangenehme Gerüche und das Raumklima lassen sich auf diese Weise schnell neutralisieren oder verbessern. Was das individuelle EM-Produktsortiment im Haushalt betrifft, so kommt es darauf an, was man damit machen will. Von EM-Keramik über Kosmetikartikel und Putzmittel bis zu diversen Gesundheitsprodukten kann EM inzwischen in vielerlei Form die Lebensqualität verbessern. Wer einen Garten hat, sollte auf jeden Fall selbst sein EM aktivieren. Das ist dann preiswerter und man kann damit auch Gemüse putzen, einlegen, konservieren – die Einsatzgebiete sind vielfältig. Sogar kaltgerührte Marmelade ist mit EM möglich. Unsere Erfahrung ist, dass diejenigen, die erst einmal Feuer gefangen haben, in EM ein ganzheitliches Konzept zur Verbesserung der Lebensqualität sehen und dazu ist es ja auch gedacht.

SoHM: Das klingt ja so, als sei EM so eine Art Wundermittel. Ist es das für dich?

Pit Mau: EM ist reine Natur. Die Natur ist das Wunder, weil sie das tut, was sie selbst entwickelt, um wieder ein Gleichgewicht herzustellen. Mit Mikroben fing das Leben an und es hat sich dann unterschiedlich weiterentwickelt. In EM sind teilweise noch sehr alte Mikrobenstämme enthalten, die Jahrtausende überlebt haben. Die Forschung im Bereich Mikrobiologie ist ja auch noch gar nicht so alt und war in ihren Anfängen recht mühsam und primitiv aus heutiger Sicht. Mikroben zu isolieren und in Petrischalen zu beobachten wie sie sich entwickeln, wenn man sie separat züchtet, war anfangs kein leichtes Unterfangen. Heute hat man mittels der Isolierung von Gensequenzen andere Möglichkeiten. Higa ging ursprünglich wie ein guter Gärtner oder Landwirt vor, und wie viele Naturforscher vor ihm: Er beobachtete und schlussfolgerte. Zudem ist EM kein Mittel, sondern ein System. Überall, wo Lebenskraft wirkt, kann man sie blockieren oder stärken, je nachdem, wie die Bedingungen beschaffen sind. EM zielt grundsätzlich darauf ab Lebenskraft zu stärken. Es eliminiert keine Symptome, sondern sorgt für ein gesünderes Milieu. Man kann also einem Menschen mit Leberproblemen nicht sagen: „Nimm täglich drei Tropfen EM und du bist dein Problem los!“ EM unterstützt die Selbstregulation besonders im Darm bei Mensch und Tier. Es wirkt auf das gesamte System – ob es um den Organismus „Umwelt“ geht oder den Organismus „Körper“.

SoHM: Es gibt inzwischen anscheinend diverse Hersteller, die EM-Produkte vermarkten. Ist denn überall EM drin, wo EM draufsteht?

Pit Mau: Der Begriff „Effektive Mikroorganismen“ lässt sich ja als solcher nicht schützen. Wer wirklich bei der Qualität auf Nummer sicher gehen will, greift am besten auf zertifizierte Produkte von EMIKO® zurück. Die stammen garantiert aus lizensierter Produktion und weisen auch die Qualität auf, die Prof. Dr. Higa in seinen Büchern vorstellt. EMIKO®-Produkte unterliegen immer noch seiner Aufsicht. Sie werden inzwischen in Polen, in der Schweiz, den Niederlanden, Spanien und in Deutschland hergestellt, was Europa betrifft.

SoHM: Einer der Anwendungsbereiche beispielsweise für den Garten ist das so genannte Bokashi, das sich mittels EM herstellen lässt. Wie macht man das und wozu ist das eigentlich gut?

 Pit Mau: Bokashi ist ein japanisches Wort für fermentiertes organisches Material. In asiatischen Ländern hat die Fermentierung eine ganz lange Tradition, während sie sich bei uns lediglich auf einige Lebensmittel beschränkt, darunter Sauerkraut, oder mit Blick auf die Landwirtschaft auch bei Silage zum Einsatz kommt. Prinzipiell gibt es zwei Methoden um Bokashi herzustellen. Dabei kommt es darauf an, zu welchem Zweck man es einsetzen will, ob zum Beispiel als Tierfutterzusatz. Dazu ist anzumerken, dass man Bokashi nie ausschließlich füttern sollte. Um Bokashi herzustellen, braucht man bestimmte organische Materialien als Ausgangsbasis für die Fermentation. Als Tierfutterzusatz dient es dazu, das Darmmilieu der Tiere zu regulieren. Will man Bokashi für den Küchenbereich, was übrigens allen Menschen zu empfehlen ist, die ökologisch handeln wollen, muss man sämtlichen organischen Abfall sammeln und gut mit EM mischen, so dass sich die Mikroben überall verbreiten können. Diese Mischung kann man dann in einem speziellen Eimer sammeln und dank EM setzt unter Ausschluss von Sauerstoff ein Fermentationsprozess ein. Das riecht nicht unangenehm und man erhält auf diese Weise einen sehr hochwertigen Dünger, der nicht etwa mit normalem Kompost verglichen werden kann. Kompost erhält man ja durch Verbrennung. Die Asche ist zwar als Düngemittel geeignet, aber energetisch nicht mit EM-Bokashi vergleichbar. Wirklich guten Kompost herzustellen, ist auch ein arbeitsintensiver Prozess, während Bokashi quasi im Fermentationseimer dank EM wie von selbst gebildet wird. In meinem Buch „EM Fantastische Erfolge mit Effektiven Mikroorganismen in Haus und Garten, für Pflanzenwachstum und Gesundheit – Anwenderbuch“ erfahren Interessierte genauer, wie sich Bokashi herstellen lässt.[3]

SoHM: Immer häufiger ist auch im Zuge von EM die Rede von Terra Preta. Was hat es damit auf sich?

Pit Mau: Terra Preta leitet sich aus dem Portugiesichen ab und bedeutet „Schwarze Erde“. Die Technik wurde von den Indios im Amazonasgebiet entwickelt und gab die Basis für eine große Bevölkerung, die dann ja leider sehr schnell von den europäischen Eroberern dezimiert wurde. Das Besondere ist die Anreicherung mit größeren Mengen von Holzkohle, die die Böden über Jahrhunderte fruchtbar halten – ohne zusätzliche Düngung. Daher versuchen Wissenschaftler und Ökologen etwa seit der Jahrtausendwende diesen Prozess der Terra Preta-Herstellung überall auf der Welt zu kopieren, um solche Böden zu erzeugen. Ich bin der Meinung, dass auch die Biodiversität der Mikroben heutzutage viel geringer ist als vor 500 und mehr Jahren. Deshalb halte ich den Einsatz von EM bei der Herstellung von Terra Preta für sehr wichtig.

 SoHM: Wie kommt es, dass sich immer mehr Menschen gerade auch für EM im Bereich Gesundheit interessieren?

Pit Mau: Prof. Dr. Higa hat schon sehr früh bemerkt, dass die Stoffwechselprodukte von EM ausnahmslos zellgängig sind und auch im Organismus eine positive Wirkung entfalten. Insbesondere sei hier die enorm positive Wirkung auf den Darm erwähnt und, wie wir wissen, ist genau hier der Großteil des Immunsystems angesiedelt. Higa hat eine Methode erfunden, diese Stoffwechselprodukte zu isolieren und zu filtern. Das führte zu dem Produkt EM-X, wie es früher hieß, und inzwischen zu EM-X Gold nach Optimierungen des Produktes. Es liegen aus aller Welt unzählige Erfahrungsberichte vor, die dokumentieren, wie vielfältig EM-X-Gold bei unterschiedlichsten Beschwerden geholfen hat. Mit zunehmender Bewussstwerdung und dem Wunsch, seine Gesundheit in die eigenen Hände zu nehmen, steigt das Interesse natürlich auch an nebenwirkungsfreien Produkten wie EM.

SoHM: Du bist nun 63 Jahre alt, machst einen ausgesprochen vitalen Eindruck, spielst noch aktiv Fußball und spielst auch in einer Band. Ist das alles EM zu verdanken?

 Pit Mau: Natürlich nehme ich jeden Tag EM ein, aber es ist auch die Leidenschaft, mit der ich seit all den Jahren dabei bin. Ich fühle mich ziemlich stabil gesundheitlich und wenn ich mir wirklich mal etwas einfangen habe, wende ich EM wiederum an. Bisher reichte das aus. Auch mein Vater erfreut sich, sicherlich auch dank EM, mit 91 Jahren immer noch guter Gesundheit.

SoHM: Was ist dein Fazit nach all den Jahren, in denen du dich nun schon mit EM beschäftigst?

 Pit Mau: Das Fazit ist eher eine Art Besorgnis. Einerseits kenne ich die enormen Einsatzmöglichkeiten von EM, andererseits schließe ich mich Prof. Higa an, der vor dreißig Jahren schon sagte: „Wenn wir nicht schnell handeln, dann kann die Menschheit den Dreck, den sie selbst erzeugt, nicht überleben!“ Wäre die Erde zerstört und der Mensch ausgestorben, wären es wiederum die Mikroorganismen, die alles reparieren würden. Wünschenswert ist der weltweite Einsatz von EM. Wir leben aber in einer Zeit, in der die universitäre Meinung die frühere Kirchenmeinung ersetzt hat. Früher musste alles von der Kirche „abgesegnet“ werden. Diese Rolle hat inzwischen die Wissenschaft inne. Manchmal lese ich Veröffentlichungen von Wissenschaftlern, die heute das publizieren, was Higa damals schon wusste und sagte, was aber nicht überall gehört wurde. Als Aktivist frustriert mich zuweilen, dass die Wissenschaft und somit die Politik da immer Jahrzehnte hinterherhinken, aber ich weiß auch, dass ich bis zu meinem Lebensende damit weitermache, das Wissen um EM zu verbreiten. Wie sagte Martin Luther doch? „Wenn ich wüsste, dass die Welt morgen unterginge, dann würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen!“

SoHM: Lieber Pit, wir danken dir für das Gespräch!

 

Anm. der Redaktion: Wer sich näher für Terra Preta interessiert, findet in dem Buch „Terra Preta – Die schwarze Revolution aus dem Regenwald“ von Ute Scheub, Haiko Pieplow und Peter Schmidt viel Wissenswertes.

https://www.oekom.de/nc/buecher/gesamtprogramm/buch/terra-preta-die-schwarze-revolution-aus-dem-regenwald.html

 

[1]            https://www.emev.de/?q=medien

[2]            http://www.editionem.de/bucher/die-verwetteten-federn/

[3]            http://www.jim-humble-verlag.com/buecher/gesundheit/allgemein/470/em-effektive-mikroorganismen

Effektive Mikroorganismen (EM) – wie hierzulande alles begann
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