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Seit die Bilder laufen lernten, begleiteten sie die Menschheit zunächst im Kino und später über Fernsehgeräte. Wenngleich es immer mehr Menschen gibt, die bewusst auf das „Konserven-TV“ verzichten, dürfte die große Mehrheit der „Konsumenten“ weltweit ihre Informationen noch überwiegend aus dem Standard-TV beziehen. Dank Norbert Brakenwagen von www.timetodo.ch ändert sich da in Zukunft eine Menge. Für ihn heißt das Zauberwort Mitgestaltung. Er produziert die TV-Sendung TimeToDo.ch auf dem Schweizer Fernsehsender „Schweiz 5“, der seit dem 1. Juli auch über den Satelliten „ASTRA“ in ganz Europa zu empfangen ist. Brakenwagens Credo lautet: „Wir haben alle den Wunsch nach einer besseren Welt, also tun wir’s!“

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Als Programmdirektor und Verwaltungsrat moderiert, koordiniert und organisiert er seit 2010 seine Sendungen zusammen mit seinem Team. Seitdem hat er (Stand Mai 2016) 1.340 Sendungen jeweils von montags bis freitags zwischen 20.00 und 21.00 Uhr moderiert – und das immer live! „Schweiz 5“ ist nicht nur im Internet zu sehen, sondern auch im Schweizer TV-Kabelnetz und via Europa-Satellit Astra seit dem 1. Juli 2016 im Fernsehgerät. Das Spirit of Health Magazin befragte den vielseitigen deutschen Unternehmer, der seit über zehn Jahren in der Schweiz lebt, im Rahmen der Reihe „TV jenseits Mainstream“.

SoHM: Was motivierte dich dazu, TimeToDo.ch auf „Schweiz 5“ aus der Taufe zu heben?

Brakenwagen: Der Gründung ging ein Prozess voraus. Ich war frustriert darüber viel Geld für Konserven-Fernsehen bezahlen zu müssen, das keine wirklichen Informationen, sondern nur Blabla vermittelte. Allein der Begriff „Nachrichten“ spricht ja für sich, denn „nachträglich“ wird hier über Originalinformationen „be- bzw. ge-richtet“. Ich war 25 Jahre als Unternehmer mit betriebswirtschaftlichem und juristischem Hintergrund in 35 Ländern unterwegs, habe reichlich Erfahrungen im Management und weiß, wie wo gearbeitet wird. Gewinnmaximierung und Profitgier sind die treibenden Kräfte. Begriffe wie „sozial“ oder gar „christlich“ sind oftmals der blanke Hohn. Die Mainstream-Medien unterstützen das ja weitgehend. Um dieser Manipulation etwas entgegenzusetzen, wollte ich etwas Eigenes machen, etwas, wo alles gesagt werden darf, sofern es zum Wohle aller ist.

SoHM: Viele Menschen, die alternative TV-Portale betreiben und dort Informationen zur Verfügung stellen, die im konventionellen TV-Programm nicht zu finden sind, werden wegen ihrer Arbeit angefeindet. Googelt man deinen Namen, so stößt man auch auf diverse Quellen, die dich als „Wunderwasserverkäufer“ bezeichnen oder als cleveren Geschäftsmann, der die Esoterik-Welle als Nische für sich entdeckt hat. Wie gehst du mit Vorwürfen dieser Art um?

Brakenwagen: Was im Internet auf irgendwelchen Foren oder anderen zweifelhaften Quellen über mich verbreitet wird, interessiert mich nicht. Da werde ich manchmal mit Themen in Verbindung gebracht, mit denen ich real nichts zu tun habe. Aber darüber werden auch „Doofbacken“ aussortiert, die das glauben und die brauchen mich nicht zu kontaktieren. Das Internet bietet eben vielen ein Forum, auf dem jeder rumlullen kann wie er will. Wer sich allein an solchen „Quellen“ orientiert, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Ich weiß selbst, was ich gemacht habe und was nicht. Es kamen auch immer mal Drohungen oder es kam auch vor, dass mir Straftaten unterstellt wurden. So geht es einem eben, wenn man keinen Mainstream macht, aber ich kann mit all dem umgehen.

SoHM: In einem Beitrag von Zeit-online aus 2012 ist ein Statement von dir zu lesen, in dem du dich zur Flüchtlingssituation dahingehend geäußert haben sollst, dass man ja die Grenze elektronisch lückenlos überwachen könne. Elektronische Überwachung ist ja eigentlich nicht gerade das, was wir uns für die Zukunft der Welt wünschen. Hat die „Zeit“ dich da überhaupt richtig zitiert und wenn ja, wie hast du das seinerzeit gemeint?

Brakenwagen: Diese Äußerung stand in einem ganz anderen Zusammenhang. An dem Tag gab es eine Headline zum Thema der Flüchtlingssituation, dass man die Grenzen gar nicht überwachen könne. Ich war selbst bis 1983 bei der Armee Militärpolizist. Damals schon gab es Satellitenbilder anhand derer man erkennen konnte, ob jemand einen Vollbart hatte oder nicht. Zu behaupten, man könnte eine solche Situation mit Zäunen oder eben gar nicht in den Griff kriegen, halte ich für Verarschung, denn das versuchten die USA schon erfolglos an der Grenze zu Mexiko. Mittels Satellitenbildern kann man quasi sogar das Gras wachsen sehen. Bei meiner Äußerung ging es mir nicht darum elektronische Überwachung zu favorisieren, sondern nur darum darauf hinzuweisen, was technisch schon längst möglich wäre.

SoHM: Du engagierst dich für das Bedingungslose Grundeinkommen als eine Lösung, um der Wohlstandskluft in der Gesellschaft mit einem neuen Modell zu begegnen. Nun finden Kritiker des BGE beispielsweise, dass sich dieses Modell nur über eine drastische Mehrwertsteuererhöhung bewerkstelligen ließe, was niemand wirklich wünscht. Kannst du uns erklären, warum du im BGE eine Lösung für die soziale und finanzielle Polarisierung siehst?

Brakenwagen: Vorweg – alle momentanen Diskussionen über das Bedingungslose Grundeinkommen halte ich für oberflächlich. Solange wir das derzeitige auf Zinsen und Zinseszinsen basierende Profitsystem haben, ist das BGE so nicht umsetzbar. Es müsste auch nicht Bedingungsloses Grundeinkommen heißen, sondern Bedingungsloser Grundbedarf von etwa 1.000 Euro oder 1.000 Franken im Monat. Im Rahmen der Diskussion stellt sich eher die Frage, warum ein Produkt so viel kosten muss, wie es gegenwärtig kostet? Bis zu 40 Prozent der Produktkosten gehen derzeit eben auf das Zinssystem zurück plus so genannte Lohnnebenkosten etc. Die Frage ist auch, warum so viel produziert wird, wenn man bedenkt, dass ca. 20 – 40 Prozent der Produkte weggeworfen werden, u.a. weil wir eben auch das fragwürdige Mindesthaltbarkeitsdatum haben.

SoHM: Wodurch finanzierst du eigentlich deine Arbeit?

Brakenwagen: Wir bekommen keinerlei Zuschüsse, auch nicht von der Billag. Das ist die Schweizer Gebühreneinzugszentrale, die in der BRD der GEZ entspricht. Wer sich oder sein Produkt bei uns vorstellen will, muss für die Sendezeit bezahlen, hat dabei aber den großen Vorteil, 25,7 Millionen Haushalte über ASTRA und 2,5 Haushalte in der Schweiz zu erreichen. 35 Prozent unserer Zuschauer haben gar kein Internet oder aber sie nutzen es kaum. Viele meinen, dass inzwischen jeder das Internet nahezu ausschließlich nutzt, aber unserer Erfahrung entspricht das überhaupt nicht. Unsere Zuschauer stehen in der Regel auch finanziell vergleichsweise gut da, sind lebenserfahren und sie handeln, d.h., sie nehmen unsere Informationen gut auf und setzen sie um durch konkretes Handeln.

SoHM: Was „Schweiz 5“ auf den ersten Blick von vielen anderen Aufklärungssendern unterscheidet, ist die Tatsache, dass das Augenmerk bei dir in erster Linie auf konstruktive Inhalte gerichtet ist. So beschäftigst du dich anscheinend nicht – zumindest nicht offiziell – mit vielen der Themen, die viele andere aus diesem Umfeld behandeln, wie etwa Chemtrails, Klimaschwindel, Manipulation durch Reptiloide etc. Du scheinst Themen dieser Art ganz bewusst wegzulassen. Warum ist das so?

Brakenwagen: In den letzten fünf Jahren haben wir vielleicht zweimal beispielsweise über Chemtrails berichtet, aber es gibt genügend andere, die das tun ohne jedoch konkret zu handeln. Ein Freund von mir ist Chemiker. Der hat zum Beispiel Barium im Regenwasser festgestellt, das da von Natur aus nicht sein kann, also auf irgendeine künstliche Weise dort gelandet sein muss. Es gibt da zum Beispiel die Möglichkeit eine Strafanzeige gegen unbekannt zu erstatten. Täten das viele, dann gerieten die Behörden unter Zugzwang.

SoHM: Sind alternative TV-Sender wie „Schweiz 5“ aus deiner Sicht mittelfristig für den Mainstream eine ernstzunehmende Konkurrenz und hältst du es für wahrscheinlich, dass der Mainstream diesem Druck damit begegnen wird mit der Zeit auch kritischere Beiträge anzubieten?

Brakenwagen: Wir werden eher ein ernstzunehmender Kooperationspartner sein und welche Beiträge über die Zeit hin die Oberhand gewinnen, entscheiden die Zuschauer. Wir haben schon jetzt eine riesige Resonanz und sind entsprechend zuversichtlich.

SoHM: Ist das Schweizer Fernsehpublikum nach deinem Gefühl und nach deinen Erfahrungen offener für alternative Inhalte als es beispielsweise das deutsche Publikum ist und wenn ja, woran könnte das liegen?

Brakenwagen: Nach meiner Wahrnehmung sind die Schweizer da offener. Es ist schwer zu sagen, was da der Hintergrund ist. Die Naturverbundenheit, vielleicht die Entwicklung, die die Schweiz in den letzten 100 Jahren durchgemacht hat. Aufgefallen ist mir der hohe Anteil an Menschen, die sich für neue, spirituelle und alternative Dinge jenseits des Mainstream interessieren. Das merken wir bei entsprechender Bewerbung von Seminaren, Events und Workshops.

SoHM: Worin liegt für dich die besondere Chance dieser Epoche?

Brakenwagen: Die große Chance dieser Epoche liegt in der Veränderung und darin Mut zum Handeln zu haben – und zwar nicht nur über Internetaktivitäten, sondern konkret im jeweiligen Lebensumfeld. Endlich raus aus der Komfortzone und rein ins richtige Leben, aktiv handeln, hinstehen und hinschauen! „Wir sind die, auf die wir alle gewartet haben!“

SoHM: Na, wenn das kein ermutigendes Schlusswort ist! Norbert, wir danken dir sehr für das Gespräch!

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