Autorin: Beate Wiemers

Wer journalistisch in sogenannten Aufklärerkreisen unterwegs ist und sich „jenseits mainstream“ bewegt, ist ja Kummer gewohnt. Im Zuge der Recherche für diese Ausgabe stolperte „die gemeine Journalistin“ im Internet über einen Beitrag, in dem behauptet wird Plazenta und Nabelschnur dienten der Pharmaindustrie als Stammzellenquelle bzw. der Kosmetikindustrie als Rohstoff. Und das schnelle Abnabeln der Neugeborenen hätte außerdem negative Folgen für deren Immunabwehr. Wörtlich hieß es in einer Headline: „In der Nabelschnur und Plazenta sind Stammzellen. Geschäftemacher nutzen diese Stammzellen als Klon- und Ersatzteillager für die Nachzucht!“ Geht’s noch? Etwa nur Esoterikalarm oder ist da was dran?

 

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Obwohl – wer hinterfragt es schon, dass Kinder nach der Geburt so schnell abgenabelt werden und die Plazenta auf Nimmerwiedersehen verschwindet? Es ist eben so üblich und als frisch Entbundene interessiert man sich ja eigentlich auch nur für das Kind, das Einschießen der Milch und nicht so sehr für einen rötlichen, sehnigen Klumpen Gewebe. Doch was seit Jahren in Kreißsälen praktiziert wird, muss schließlich nicht optimal sein. Und das Hinterfragen scheint sich zu lohnen, will man den Vorgang rund um die Geburt aus ganzheitlicher Sicht betrachten.

Speiseplan, Gartendünger, Globuli oder Stammzellenbank?

Vorweg: Grundsätzlich gehört die Plazenta der Frau. Wer will, kann sie also auch mit nach Hause nehmen. Das Krankenhauspersonal sollte dann aber rechtzeitig informiert sein. Ansonsten wird die Plazenta entsorgt oder zu „Forschungszwecken“ weiterverwendet. Zu diesen Forschungszwecken gehört tatsächlich aber auch die Konservierung von Plazentablut als Stammzellendepot. Die Deutsche Stammzellenbank[1] (DSB) wirbt dafür, dass solche Stammzelleneinlagerungen ausschließlich dem Wohl des eigenen Kindes dienen, für den Fall, dass es später einmal erkrankt, da sich manche Krankheiten mit Stammzellenblut behandeln ließen. Die Frage, ob diese Stammzellen dann tatsächlich nur für den Fall der Fälle der eigenen Inanspruchname zur Verfügung stehen sollen, stellt sich dabei unweigerlich. Zudem ist die Einlagerungsgebühr nicht ohne, denn auch in diesem Bereich dürfte der monetäre Aspekt der „Banken“, in diesem Fall der „Stammzellenbanken“, im Vordergrund stehen. Zu den DSB-Direktleistungen gehört zum Beispiel die „unbefristete und Insolvenz gesicherte Langzeiteinlagerung als Vollblut in stromunabhängigen Kryotanks nach den strengen Auflagen des Deutschen Arzneimittelrechts.“ Insolvenz gesicherte Langzeiteinlagerung? Stromunabhängige Kryotanks? So steht es tatsächlich auf der Homepage der DSB. Das regt doch ein wenig zum Schmunzeln an, wäre da nicht so ein makabrer Beigeschmack.

An privaten Weiterverwendungsmöglichkeiten reicht die Palette, laut Internetrecherche, von Rezepten wie „Plazenta Bolognese“ über die Verarbeitung zu Globuli bis zu dem Brauch, die Plazenta im Garten zu verbuddeln.

Melissa Asilem ist eine, die sich intensiv mit der Plazenta beschäftigt hat und zwar im Zusammenhang mit homöopathischen Präparaten aus der Nachgeburt, aber auch aus Käseschmiere, Muttermilch, der Nabelschnur und Fruchtwasser. In ihrem Buch „Muttermittel in der Homöopathie“ [2] beschreibt sie detailliert, wie die Mittel Verwendung finden können. Diese Mittel spielten laut den jahrelangen Forschungsergebnissen der Autorin eine entscheidende Rolle bei allen Symptomen, die etwas mit der Selbstwahrnehmung zu tun haben, darunter auch Ziellosigkeit, Identitätsmangel, Beziehungsprobleme und Depressionen.

Der Ratgeber „Heilmittel aus der Plazenta“ von Cornelia Enning[3] beleuchtet das Thema aus medizinischer und ethnomedizinischer Sicht. Er bietet eine Fülle an Tipps, wie die Plazenta als Basis für die therapeutische Anwendung genutzt werden kann.

Ein Lob auf die Forschung – oder doch nicht?

Die Stammzellenforschung schreitet schnell voran und es soll bereits gelungen sein, wie auf der DSB-Website zu lesen ist, aus Nierenstammzellen ein ganzes Organ wachsen zu lassen. Bei dieser Entwicklung erinnern wir uns an die Artikelserie über Organspenden im Spirit of Health Magazin Nr. 4 und stellen mal ganz unverblümt in Frage, ob die individuellen Stammzellen mit der jeweils individuellen DNA am Ende nicht doch auch „zweckentfremdet“ werden könnten, um auch als Materialpool für andere Menschen vermarktet zu werden? Ein Schelm, der sich Böses dabei denkt! Immerhin gibt es neben der DSB mittlerweile auch diverse private Unternehmen, die es auf Stammzellen abgesehen haben. In Dresden, Leipzig, Freiburg und Mannheim existieren bereits öffentliche Stammzellenbanken, die gratis Nabelschnurblut einfrieren, sofern Eltern die Zellen der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Doch da auch diese Unternehmen profitorientiert arbeiten, ist offen an wen und für was das Material weiterverkauft wird.

Social Freezing

Das ist keine Bezeichnung für ein soziales Netzwerk in der Antarktis, sondern ein Begriff, der ein Verfahren umschreibt, bei dem bereits in den natürlichen Ablauf der Schwangerschaft eingegriffen wird. Frauen können Eizellen dabei einlagern, um sich einen Kinderwunsch irgendwann nach Plan zu erfüllen – nach der beruflichen Karriere zum Beispiel oder sogar nach dem Klimakterium. Frauen, die auf ein perfektes timing für die Schwangerschaft bauen, können sich ihre Eizellen in flüssigem Stickstoff konservieren lassen, um sie irgendwann einmal für eine künstliche Befruchtung zu nutzen. „Reproduktive Selbstbestimmung“ nennen das jene Frauen, die sich dem Karrieredruck beugen, aber die Option des späteren Mutterseins nicht ausklammern wollen.

Wie war das früher?

Je nach kulturellem Hintergrund wurde mit der Plazenta auf unterschiedliche Weise umgegangen. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts sollen sogar in Europa noch Nachgeburtsbestattungen üblich gewesen sein. Auch im alten China, Ägypten und Afrika ging man seinerzeit respektvoller mit dem Mutterkuchen um als heutzutage. Ritualisierte Bestattungen in Tonkrügen waren nichts Außergewöhnliches. In der Arbeit „Zum Umgang mit der Nachgeburt – Plazentabestattungen im Kulturvergleich“ von Liselotte Kuttner [4] ist zu lesen: „Unsere Spurensuche über den Umgang mit der Nachgeburt zeigt auf, wie materialisiert dieses seltsame, aber physiologisch so außerordentlich wichtige Organ wurde. Noch am Anfang des 20. Jahrhunderts, bis in die 20er Jahre, wurde in Apotheken getrocknete, pulverisierte Plazenta verkauft zur Behandlung von Unfruchtbarkeit. Zu bedenken ist, dass damals die wissenschaftliche Geburtshilfe bereits etabliert war. Eine weitere breite Vermarktung fand in den Gebärabteilungen der Frauenkliniken statt. Es handelt sich um den vergangenen Brauch der sogenannten Plazenta–Kaffeekasse. Aufbewahrt wurden die Plazenten in einer Tiefkühltruhe, die dann regelmäßig von einer pharmazeutischen Firma für ein Trinkgeld abgeholt wurden zur Weiterverarbeitung von entsprechenden Medikamenten. Weiter wurde die Nachgeburt in der Kosmetikindustrie für die Herstellung von Schönheitsprodukten verwendet. Dort wird sie mittlerweile durch synthetisch hergestellte Stoffe ersetzt. Aus verschiedenen Gründen stellt heute die Weiterverwendung von Plazenten ein gesundheitliches Risiko dar (z.B. HIV); sie werden daher als Sondermüll entsorgt.“

Zu früh abgenabelt?

Im Klinikalltag wird die Nabelschnur unmittelbar nach der Geburt durchtrennt und das, obwohl sich direkt nach der Geburt noch ungefähr ein Drittel des Blutes vom Baby in der Plazenta befindet. „Befürworter des späten Abnabelns kritisieren, dass dieses fetoplazentare Blutvolumen mit der Plazenta weggeworfen wird, wenn die Nabelschnur zu früh abgeklemmt wird“, sagt Dr. Bettina Schlehe, die an der Universitätsfrauenklinik Heidelberg die Sektion Geburtshilfe leitet, gegenüber Medscape Deutschland. Und diese Kritik scheint gerechtfertigt zu sein, denn das Team um Prof. Susan J. McDonald, Mercy Hospital für Frauen in Melbourne, analysierte Daten aus fünfzehn randomisiert-kontrollierten Studien an knapp 4.000 Mutter-Kind-Paaren.

Untersucht wurden die Auswirkungen eines früheren oder späteren Abklemmens der Nabelschnur auf die Gesundheit der Mutter und des Neugeborenen. Das Abklemmen nach dem naturgemäßen Auspulsieren der Nabelschnur scheint sich daher tatsächlich vorteilhaft für das Kind und auch die Mutter auszuwirken, nachgewiesen an besseren Eisen- und Blutwerten. Auch in den folgenden Lebensmonaten litten die untersuchten Säuglinge weniger an Eisenmangel als früh abgenabelte Kinder.

Aus der Sicht von Wilhelm Reich

Da wir die Erkenntnisse von Wilhelm Reich im Spirit of Health Magazin immer wieder aufgreifen, soll auch die Sicht dieses großen Psychoanalytikers und Forschers in diesem Zusammenhang zur Sprache kommen. Wir befragten dazu Joachim Trettin, Leiter des Wilhelm Reich Orgoninstitutes in Nümbrecht, zum Thema. „Nach Reich ist es wichtig, dass schon die Schwangere gut betreut wird, etwa durch eine Hebamme. Die Geburt sollte im Idealfall in einem vertrauten Umfeld ohne Betäubungsmittel und andere medizinische Eingriffe stattfinden. Zu vermeiden ist auch grelles Licht. Obwohl Babys noch nicht klar sehen, kann grelles Licht wie eine Art Schock wirken. Was die Nabelschnur angeht, ist es beim Neugeborenen so, dass es darüber zunächst noch eine innere und äußere Versorgung mit Nährstoffen gibt. Dass die Nabelschnur, wie heute üblich, unmittelbar nach der Geburt durchgeschnitten wird und das Kind einen Klaps auf den Po bekommt, um die Lungenatmung quasi mit Gewalt anzuregen, ist aus Sicht der Orgontherapie falsch. Das Kind stellt sich naturgemäß von selbst auf Lungenatmung ein, wenn die Nabelschnur langsam auspulsieren kann. Eine sanfte Babymassage in Anlehnung an die Orgontherapie im Anschluss gewährleistet einen schrittweisen und harmonischen Start in die Welt“, empfiehlt Trettin.

Zudem sei, so Trettin, der Kontakt zwischen Mutter und Kind direkt nach der Geburt äußerst wichtig mit Blick auf die Orgon-Lebensenergie-Strahlungsbrücke. Das bedeute, dass Babys so nah wie möglich bei der Mutter bleiben sollten, auch beim Schlafen. „Früher wurde direkt nach der Entbindung die sogenannte Deprivation praktiziert. Man kennt noch die Bilder von einem Saal voller neugeborener Babys, die den Müttern nach Zeitplan zum Brustfüttern gereicht wurden. Diese Deprivation war für Reich der erste Grund für die (muskuläre) Panzerung. Das Baby sucht die Mutter, ist frustriert und panzert das erste Körpersegment, das Augensegment. Nach Reich hat das das erste „Nein zum Leben“ zur Folge, eine möglicherweise bleibende Charakterhaltung und zudem auch Defizite bei der Wahrnehmung; schlimmstenfalls ist das sogar Ursache für eine spätere endogene Psychose. Der enge Kontakt zwischen Mutter und Kind ist daher immens wichtig. Das betonen alle Orgonomen und besonders auch Eva Reich, Tochter von Wilhelm Reich.“

Auf die Frage, wie mit der Plazenta zu verfahren sei, antwortete Joachim Trettin, dass Eva Reich dazu geraten habe, zumindest Teile der Plazenta zu essen, zumal das alle Säugetiere, bis auf Menschen und Wale, in der Natur so handhaben würden. Mit dieser Sichtweise sei Eva Reich seinerzeit allerdings nicht gerade auf große Gegenliebe gestoßen. Tatsächlich aber würde sich die Gebärmutter schneller zurückbilden und die Geburtswunden leichter heilen, wenn die Plazenta gegessen würde. Joachim Trettin kann sogar aus eigener Erfahrung berichten, dass der Verzehr einer Plazenta orgonische Prozesse im Körper auslöst. Nachdem eine Bekannte keinen Wert auf ihre Nachgeburt legte, bereitete er sich ihre Plazenta als Braten zu und stellte tatsächlich ein anregendes, intensives Gefühl fest, ähnlich dem Empfinden, das sich auch nach einer Orgontherapie einstellt.

Wegen einer eventuellen Belastung durch plazentagängige Schwermetalle raten einige allerdings vom Verzehr der Plazenta ab. Trettin räumt dazu ein: „Als Schwermetallbelastung definiert man Elemente, die eine Dichte von über 4,5 g/qcm besitzen. Dazu gehören Blei, Quecksilber und Cadmium, die als besonders giftig eingestuft werden. Die Kontamination kann unter anderem über die Luft sowie auch über Lebensmittel stattfinden. Letztlich ist aber der Mutterkuchen, auch wenn er unter anderem der Entsorgung von Exkretionsprodukten dient, körpereigenes Gewebe. Bei Verdacht auf Schwermetallvergiftungen kann man im Voraus eine Untersuchung vornehmen, ob die gebärende Frau schwermetallbelastet ist oder nicht. Eine grundlegende Gefährdung sehe ich nicht im Verzehr der Plazenta, zumal dann nicht, wenn sie nur zum Teil verzehrt wird. Ich würde mich immer, wäre ich eine Frau, für den Verzehr der Plazenta entscheiden oder alternativ dazu für die Herstellung eines homöopathischen Präparates daraus“, resumiert Joachim Trettin.

Übrigens rät Trettin davon ab, wie viele andere auch, Neugeborenen Silbernitrattropfen in die Augen zu träufeln. Diese Tropfen seien stark brennend und hätten daher auch unter Hebammen die Bezeichnung „Höllentropfen“. Offizieller Grund für diese als Credé-Prophylaxe bekannte Maßnahme sei es, einer möglichen Erblindung durch Gonorrhoe-Erreger vorzubeugen, während sich das Baby durch den Geburtskanal nach außen bewegt. Wer sicher sein wolle dieses Risiko auszuschließen und sein Kind vor diesen Tropfen schützen wolle, könne sich am besten rechtzeitig auf Gonorrhoe-Erreger (Tripper) testen lassen.[5] Trettin ergänzt: „Aus orgonomischer Sicht ist das Augensegment sehr wichtig. Die Stabilisierung des sogenannten Augensegments – es umfasst Sehen und Hören, Riechen und Gehirnfunktionen – benötigt zehn Tage. Wenn das Baby diese Zeit unbeschadet überstanden hat, kann sich das Augensegment gut integrieren. Das Augensegment wird in der Orgonomie als so wichtig eingestuft, dass manche Orgonomen sogar meinen es wäre das wichtigste überhaupt! Durch das Augensegment wird das Vertrauen in die Welt organisiert. Das Baby hat fragende Augen und durch die wohlwollende Beantwortung in Form von Zuwendung dehnt das Baby sich energetisch aus und verzweigt so besser seine Dendriten (Nervenfasern). Es ist das ‘Ja!’ zur Welt. Stört man das Augensegment nicht, bildet sich das ‘zweiäugige Sehen’ heraus. Dieses Sehen ist dafür verantwortlich, dass ‘Wahrnehmung und Gefühl’ in Einklang gebracht werden. Zudem fördert es das dreidimensionale Sehen (im Gegensatz zum vertikalen und horizontalen (zweidimensionalen) Sehen. Der richtige Umgang mit dem Augensegment führt dazu, dass Menschen sich Gesellschaftsperspektiven hingeben können, im Gegensatz zum resignativen Wegschauen (Desinteresse oder Vermeidung). Neben den Silbernitrattropfen ist das ‘böse Anschauen’ des Babys (kalte, hasserfüllte Augen) der stärkste Eingriff. Eine kalte, desinteressierte Umgebung, ja sogar eine ängstliche Mutter, können das Augensegment des Babys verunsichern oder gar ängstigen. Hier beginnt der erste Rückzug aus der Welt. Das alles zeigt, wie wichtig die Pflege des Augensegments ist! Herkömmliche Geburtshelfer sind sich dieser Problematik nicht bewusst, d.h. sie wissen nichts darüber. Hier hilft dann nur eine gute, lebensfreundliche Intuition (deshalb kein Krankenhausstress, kein lautes Geschrei und keine kalte Temperatur im Raum). Erst Wilhelm Reich entdeckte diese Augenfunktion, das okuläre Stadium, als lebensgrundlegend. Es bedarf deshalb höchster Pflege und vor allem der diesbezüglichen Information, die – außerhalb von Wilhelm Reich-Kreisen – derzeit nicht bekannt ist.“

Das Orgoninstitut vertreibt Filme (auf DVD) zum Thema, darunter: „Babymassage“ mit Eva Reich und Maureen Armonies sowie einen drei Stunden umfassender Vortrag von Eva Reich mit dem Titel „Natürliche Geburt und frühkindliche Selbstregulierung“.[6]

In diesem Kontext sei noch auf den Dokumentarfilm „Ich bin ein Doktor auf Expedition“ der Bremer Filmemacherin Heidrun Moessner verwiesen, in dem sie Eva Reich portraitiert. Der Film ist als DVD direkt bei Heidrun Moessner beziehbar.[7]

Sanfter Start ins Leben

Auf der Seite www.hebammenwissen.info ist ebenfalls über die Vorteile des späteren Abnabelns zu lesen. Wörtlich: „Das erweitert die Lungen und macht sie bereit, Luft zu atmen. Das Baby nimmt seine Atmung also auf, während es gleichzeitig von der Versorgung durch die Nabelschnur unterstützt wird, solange es dies benötigt (…). Ist das Kind in seiner eigenen Atmung und im Kreislauf stabil, hat die Nabelschnur ihre Funktion erfüllt: Sie verklebt und verschließt sich von innen. Die Nabelschnur ist jetzt komplett weiß und pulsiert nicht mehr, das Baby hat sein Blut bekommen. Das dauert üblicherweise zwischen drei bis 30 Minuten.“

Wie erfahrene Hebammen ebenfalls wissen, bietet spätes Abnabeln aber noch weitere Vorteile: 30 % mehr Blut und 60% mehr Erythrozyten für das Kind, geringeres Risiko einer Anämie, mehr Sauerstoff, mehr Stammzellen, höheres Geburtsgewicht, höhere Eisenvorräte, die u.a. wichtig für die neurologische Entwicklung des Kindes sind, geringeres Infektionsrisiko, weniger Ablöseprobleme der Plazenta und weniger Bluttransfusionen.

Manche Befürworter des späten Abnabelns sprechen sogar von einer Stunde Wartezeit; das naturgemäße Auspulsieren der Nabelschnur scheint aber ein wichtiges Merkmal für den richtigen Zeitpunkt zu sein. Plazenta und Nabelschnur beinhalten also weit mehr als nur Rohstoffmaterial für die Pharmaindustrie. Der Eigenverantwortung von Frauen obliegt es, angesichts dieser Informationen selbst zu entscheiden wie sie mit Plazenta und Abnabelung umgehen möchten. Bleibt zu hoffen, dass sich auch in diesem Bereich ein neues Bewusstsein verbreitet.

 

[1]            http://www.deutsche-stammzellenbank.de/stammzellen_vorsorge_dsb_direkt.html?gclid=CM-XlOrcscwCFQeVGwodXnkCSw

[2]            http://www.narayana-verlag.de/Muttermittel-in-der-Homoeopathie-Melissa-Assilem/b11295?gclid=CJPXpsGEtMwCFdYK0wodsv4EFw

[3]            https://www.amazon.de/Heilmittel-aus-Plazenta-Cornelia-Enning/dp/3831143544?ie=UTF8&camp=1638&creative=6742&creativeASIN=3831143544&linkCode=as2&redirect=true&tag=wwwmuetterber-21

[4]            http://www.agem-ethnomedizin.de/download/cu2004-3_Kuntner.pdf

[5]            Anm.: Silbernitrattropfen sind seit 1986 nicht mehr Pflicht und nur 9,3 von 100.000 Frauen sind hierzulande von Gonorrhoe betroffen.

[6]            Orgonomisches Videoarchiv, OrgonInstitut Joachim Trettin, Spreitger Weg 20, 51588 Nümbrecht.

[7]            http://www.moessner-filmproduktion.de/bestell.php

 

 

Plazenta und Nabelschnur – nur Rohstoffe für die Pharmaindustrie?
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