Autorin: Beate Wiemers 

„Pille, Kondom & Co. könnten bald überflüssig sein, wenn es darum geht, unerwünschte Schwangerschaften zu verhindern. Smartphones und Tablets leisten ähnliche Dienste!“ Das ist natürlich nur ironisch gemeint, aber in der Tat bestätigen bereits 130 Studien die schädlichen Auswirkungen von gepulster Mikrowellenstrahlung durch Smartphones und Tablets auf Hoden, Spermien, Eierstöcke und Embryos. Die Schädigung der Spermien und Infertilität nehmen weltweit bei Männern zu. Entsprechend bleiben heute immer mehr Paare ungewollt kinderlos. Dass die Industrie hier gleich wieder Lösungen aus dem Bereich der Reproduktionsmedizin anbietet, lassen wir an dieser Stelle mal beiseite. „Auf fast keinem Gebiet sind die Ergebnisse der Mobilfunkforschung so umfangreich und eindeutig wie zur Schädigung der Reproduktionsorgane“, heißt es in einem aktuellen Beitrag der Verbraucherorganisation „diagnose: funk“[1]. Doch in der Öffentlichkeit scheint diese Hiobsbotschaft noch nicht so ganz angekommen zu sein, denn die Arglosigkeit, besonders junger Menschen, in Bezug auf die stets griffbereite moderne Kommunikationstechnologie ist groß.
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Eine Studie an 13.000 Kindern bestätige darüber hinaus Zusammenhänge zwischen dem Gebrauch von Mobiltelefonen und späteren Verhaltensstörungen. Demnach hätten Mütter, die während der Schwangerschaft und auch generell oft Handys benutzten, mit einer Wahrscheinlichkeit von bis zu 54 Prozent Kinder mit Verhaltensstörungen. In Abhängigkeit von der jeweiligen Strahlenexposition steige die Wahrscheinlichkeit von Verhaltensauffälligkeiten beim Kind, heißt es in einer aktuellen Meldung von „diagnose: funk“ weiter.

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt?

Heutzutage haben Kinder meist schon in der Grundschule, oft sogar bereits im Kindergartenalter, Smartphones. Der Gruppenzwang trägt überdies dazu oft bei, dass Kinder ohne entsprechendes technisches Equipment ausgeschlossen werden. Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer erklärt in der SWR-Sendung „Zur Sache“[2] welche Auswirkungen der übermäßige Gebrauch von Smartphones bei Kindern und Jugendlichen hat. Dabei geht es offenbar nicht nur um potenzielle Folgen für die Fruchtbarkeit, sondern insbesondere auch um Defizite in der emotionalen Intelligenz bei Heranwachsenden, wenn der Gebrauch von Handys & Co. wirkliche soziale Interaktionen ersetzt. Für ganzheitliches Lernen und die Gehirnentwicklung ist das Erfahren über alle Sinne eine entscheidende Voraussetzung. Und nicht nur das: Das Risiko an einem Gehirntumor zu erkranken steigt eklatant mit der Nutzung der Mobilfunktechnologie.

In seinem neuen Film „Thank you for calling“[3] beleuchtet der österreichische Filmemacher Klaus Scheidsteger die desaströsen Folgen des Handygebrauchs für die Gesundheit, wie der Lobbyismus auch in diesem Bereich funktioniert und wie kritische Wissenschaftler denunziert werden. „Ich wollte diesen Film machen, weil es sich um eine in jeder Beziehung exklusive Geschichte handelt, noch dazu um ein Thema, das uns alle angeht. Durch eine über zehn Jahre andauernde, sorgfältige und komplexe Recherche sah ich mich in der Lage komplizierte Zusammenhänge aus Wissenschaft, Technik, Lobbyismus und juristischem Taktieren für ein großes Publikum verständlich, spannend und nachvollziehbar filmisch umzusetzen. Ein zweiter wichtiger Beweggrund diesen Film zu machen, ist die Sorge um die Gesundheit vor allem junger Menschen“, so der Regisseur. Ein ihm zugespieltes Dokument ist besonders brisant. Im sogenannten „War Game Memo“, ausgearbeitet von einer US-Lobbying-Agentur, wurden der Mobilfunkindustrie bereits 1994 Regieanweisungen für den weltweiten Umgang mit kritischer Wissenschaft gegeben. Es enthält eine Strategie den aktuellen Forschungsstand gezielt zu beschönigen und Erkenntnisse zu verharmlosen. Bei der Mobilfunktechnologie haben im Hintergrund also ähnliche Charaktere die Fäden in der Hand, wie auch in anderen Industriezweigen, wo Menschen Fakten vorenthalten werden mit dem einzigen Ziel, Gewinne zu maximieren.

Eine schwedische Studie des Forschungsteams um den Onkologen und Epidemiologen Prof. Lennart Hardell kam schon vor Jahren zu dem Ergebnis, dass Menschen, die Mobiltelefone täglich für eine Stunde oder länger benutzen ein 240 Prozent höheres Risiko haben an einem Gehirntumor zu erkranken. Die Tumoren entwickeln sich mit großer Wahrscheinlichkeit genau an der Stelle des Kopfes, an der das Telefon am häufigsten benutzt wird.

Möglichen Schäden entgegenwirken

Smartphones sind deutlich gefährlicher als die früheren Handys, da die Nutzer damit fast permanent online sind. Frühere Handys strahlten nur bei konkreter Nutzung oder um ein neues Netz zu orten. Angesichts der vielen Updates und Nutzung von Apps ist die Bestrahlung durch Smartphones somit deutlich zeitintensiver. Indem man die Datendienste ausschaltet und automatische Updates vermeidet, lässt sich die Bestrahlung immerhin etwas eindämmen, wenn schon nicht ganz auf solch ein Gerät verzichtet werden soll.

Bei der Anschaffung von Handys und Smartphones gibt die Seite www.handywerte.de vom EMF-Institut Dr. Peter Nießen Hinweise auf strahlungsärmere Geräte. Unter Tel. 0221 / 9415977 gibt es an jedem Donnerstagabend beim EMF-Institut zwischen 18.00 und 19.00 Uhr eine kostenlose Verbrauchersprechstunde in deren Rahmen auch Fragen zu SAR-Werten beantwortet werden. SAR ist die Abkürzung für die sogenannte spezifische Absorptionsrate und ein Maß von elektromagnetischen Feldern in einem Material. Dabei geht es um die Verträglichkeit von lebendigem biologischen Gewebe in Bezug auf elektrische Wechselfelder. Die Absorption elektromagnetischer Feldenergie in einem Körper führt generell zu dessen Erwärmung, also zu einer Beeinflussung des Stoffwechsels. Baubiologen empfehlen keine Geräte mit einem SAR-Wert über 0,3 anzuschaffen, um den Einfluss auf den Organismus so gering wie möglich zu halten.

Unfruchtbarkeit, Krebs, Verhaltensauffälligkeiten, Demenz – Gründe genug, um Smartphones und Tablets wirklich nur im Notfall zu benutzen und sie vor allem nicht am Körper zu tragen. Eltern, denen an der Gesundheit ihres Nachwuchses gelegen ist, verweigern ihm Smartphones und Tablets ohnehin solange es geht und sie stärken ihre Kinder darin ein stabiles Selbstbewusstsein zu entwickeln, damit sie ihr Ansehen bei Gleichaltrigen durch charakterliche Stärke festigen und nicht indem sie jede (technische) Mode mitmachen.

 

[1]      https://www.diagnose-funk.org/publikationen/artikel/detail?newsid=1025

[2]      https://www.youtube.com/watch?v=9iBA0WlmbI0

[3]      https://www.youtube.com/watch?v=EqtT_W60xKQ

Unfruchtbar durch Smartphones und Tablets

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