Autorin: Beate Wiemers

Viele Menschen haben längst erkannt, dass das bisherige System kurz vor dem Kollaps steht, was sich nicht zuletzt an der Polarisierung auf politischen und gesellschaftlichen Bühnen zeigt. Auf der einen Seite stehen die zahllosen Interessengruppen der Banken, der verschiedenen Industriezweige und der Politik, deren Hunger nach Macht, Geld und Fortschritt die treibende Kraft ist. Auf der anderen Seite stehen all jene, die spüren oder längst wissen, dass es so nicht weitergehen kann weder mit unserer Umwelt, noch mit unserer Gesundheit, noch mit der internationalen und nationalen Politik, noch mit unseren Bürgerrechten, mit dem Schulsystem, mit dem Finanzsystem und, und, und

 

(R)Evolution - vom alten System

Die Diskrepanz zwischen Arm und Reich wird größer, die Menschen werden trotz deutlich besserer Hygienestandards und trotz immenser Fortschritte in der Medizin immer kränker, umwelt- und gesundheitsschonende Produkte und Technologien werden unterdrückt, während toxische und gefährliche oft noch staatlicherseits subventioniert werden. Der Mensch zerstört seine eigene Existenzgrundlage und das, wo er sich selbst gern als „Krone der Schöpfung“ betrachtet. Das alles sind keine Neuigkeiten. Doch statt die Situation gebetsmühlenartig zu beklagen und mit einem gewissen Gefühl der Ohnmacht und Hilflosigkeit zu resignieren, kann es helfen, sich gewisse Begrifflichkeiten und Muster einmal genauer anzusehen, damit jede(r) für sich jeden Tag immer wieder neu entscheiden kann – sei es bei der Wahl der Produkte im Einkaufswagen, bei der Entscheidung, für wen und für was man die eigene Arbeitskraft investiert, bei der Verantwortung für die Gesundheit, bei der Entscheidung, welche Informationsquellen wir wählen, bei nahezu allem, was konkretes Handeln erfordert und zwar vor dem Hintergrund der Integrität. Aus einem der Harry Potter-Bücher von Joanne Rowling stammt das Zitat: „Nicht unsere Fähigkeiten zeichnen uns aus, sondern unsere Entscheidungen!“

Begrifflichkeiten

Der Begriff „Polarisierung“ hat in unterschiedlichen Bereichen verschiedene Bedeutungen. In der Physik und Chemie umschreibt er „die Ausrichtung der Schwingungsebene transversaler Wellen“ oder die „Ausrichtung elektromagnetischer Feldkomponenten“ oder aber auch die „Ausrichtung der Spins in einem Teilchenstrahl“. Aus der Mathematik ist der Begriff auch bekannt und meint dort „das Überführen einer quadratischen Form in eine Bilinearform“. Da wir von unserem Organismus und Stoffwechselgeschehen her eng durch chemische und biologische Prozesse beeinflusst, in erster Linie aber elektromagnetische Wesen sind, liegt ein Blick auf die Naturwissenschaften in dieser Hinsicht nahe.

Bezogen auf gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Verhältnisse bedeutet Polarisierung „die Verstärkung von Meinungsunterschieden“ oder „der Prozess der Verstärkung eines bestehenden Ungleichgewichts“. Da aktuell das „Ungleichgewicht“ national und international immer größer zu werden scheint, wundert es wenig, dass die Meinungsverschiedenheiten zunehmen. Dazu kommen historische, traditionelle, religiöse, soziokulturelle und andere Unterschiede, die nicht einfach so ignoriert werden können, wie gerade die Situation in Europa zeigt. Nicht zu vergessen sind auch „systemische Muster“ in Familien und das „kollektive Unbewusste“ ganzer Völker. Auch die Art und Weise, wie unser Gehirn funktioniert, hat Einfluss darauf, wie „bereit“ wir für Veränderungen sind. Als Stichwort sei hier auf den Begriff „Kognitive Dissonanz“ verwiesen, ein Thema aber, das wegen der Komplexität an dieser Stelle nicht näher erläutert werden soll. Wer sich dafür interessiert, findet beispielsweise einen längeren Beitrag dazu unter folgendem Link:

http://www.raum-und-zeit.com/r-z-online/artikel-archiv/2015/ausgabe-194/kognitive-dissonanz-sind-die-gedanken-frei.html?partner=171624

Mögen wir Menschen – spirituell betrachtet – auch alle aus einer Quelle stammen und universell interpretiert „irgendwie eins“ sein; offenbar sind wir es auf anderen Ebenen nicht, denn sonst gäbe es all die Meinungsverschiedenheiten, Kriege, Eskalationen nicht in diesem Ausmaß und nicht schon seit so langer Zeit.

Opportunismus versus Integrität

Stellt man sich die gesamte Menschheit einmal als Pyramide vor, so befinden sich an der Spitze genau jene, die die Fäden der Macht wie Puppenspieler in den Händen halten. Sie bilden die so genannte Elite der reichsten und einflussreichsten Familien auf diesem Planeten. Doch warum können sie so viel bewirken und ihre Machtpositionen über Generationen hinweg aufrechterhalten, obwohl sie rein zahlenmäßig weit weniger Individuen sind als die Mehrheit der Menschheit?

Spekulationen, die gerne in die Schublade mit dem Etikett „Verschwörungstheorien“ gepackt werden, sollen an dieser Stelle nicht weiter beleuchtet werden, denn helfen sie gerade wirklich konkret weiter? Außerdem können solche Theorien zusätzlich polarisieren, denn die „Bösen“ sind dann sowieso die anderen, die den Rest der Welt manipulieren.

Viel interessanter erscheint doch rein rational und psychologisch betrachtet die Frage, um welche Charaktere es sich an der Spitze der Pyramide handelt und warum viele andere unterhalb der „imaginären“ Pyramidenspitze nicht aufbegehren, sondern durch ihr Mitläufertum genau das verhindern, was schnellere und nachhaltige Veränderungen auf diesem Planeten bewirken könnte. Auf der Suche nach Antworten auf diese Frage, könnte die Auseinandersetzung mit den Begriffen Opportunismus einerseits und Integrität andererseits einige Gedankenanstöße bieten.

Wer etwas tiefer in das Thema einsteigen möchte, welche Charaktere sich dort konzentrieren, wo Macht ausgeübt werden kann, findet übrigens in dem Buch „Politische Ponerologie“ von Dr. Andrzej M Lobaczewski inspirierende Impulse. Das Buch gibt es sogar als pdf im Internet unter:

http://www.irwish.de/PDF/Lobaczewski_Politische_Ponerologie.pdf

Rückgrat zeigen

Egal, um welchen Bereich es sich handelt, ob in der Legislativen, Judikativen oder Exekutiven, ob in der Industrie oder im Handwerk, ob in den Medien, im Bildungssystem, in der kleinen Stadtverwaltung ebenso wie im Lehrerstab einer Schule: Im Grunde gibt es in vielen Bereichen „pyramidenähnliche Strukturen“. Einige an der Spitze „pflegen“ einen Stab an Mitläufern und Trittbrettfahrern und der Rest, dem das eigentlich missfällt, resigniert entweder oder macht mehr oder minder missmutig im Sinne von „Dienst nach Vorschrift“ mit, denn wer „das System“ kritisiert, muss unter Umständen mit Sanktionen rechnen – ob mit finanziellen oder gesellschaftlichen.

Wer es hingegen wagt, Kritik zu äußern oder Reformen anzuregen, „Autoritäten“ in Frage zu stellen, braucht eine stabile innere Sicherheit und Mut, nach dem eigenen Gewissen und der eigenen Überzeugung zu handeln. Letzteres erfordert eine erwachsene, integre, selbstbewusste Persönlichkeit, also einen Menschen, der seinen Weg konsequent geht und zwar auch dann, wenn dieser Weg zunächst mit Verlusten verbunden ist oder zu sein scheint. Wir kennen viele solcher Persönlichkeiten allein aus dem Bereich der Alternativmedizin. Und einige davon waren schon zu Gast auf den Spirit of Health Kongressen: Wissenschaftler und andere, die ihre „Komfortzone materieller Sicherheit“ verließen, die oft hürdenreiche Wege auf sich genommen haben, nicht selten verbunden mit finanziellen Nachteilen, juristischen Problemen und gesellschaftlicher Diffamierung, um genau das zu tun, was sie für richtig hielten. Doch auch aus anderen Bereichen sind uns solche Menschen bekannt. Einer von ihnen ist Edward Snowden, ein so genannter Whistleblower, der auf spektakuläre Weise Zivilcourage bewiesen hat, aus der Überzeugung heraus, dass unbequeme Wahrheiten ans Licht gehören.

Antja Bultmann macht in ihrem Buch „Helden im Schatten der Gesellschaft“ auf diese Persönlichkeiten aufmerksam:

http://www.jim-humble-verlag.com/buecher/aufklaerung/politik/325/helden-im-schatten-der-gesellschaft

Auch in ihrem Buch „Vaccine Whistleblower – Betrug in der Impfforschung“ geht es um das Thema im speziellen Kontext mit dem lukrativen Geschäft der Impfstoffe und manipulierten Studien.

http://www.jim-humble-verlag.com/buecher/gesundheit/impfen/376/vaccine-whistleblower-betrug-in-der-impfforschung

Was zeichnet Whistleblower aus und andere, die im weiten Feld der Aufklärung engagiert sind? Was haben sie, das andere nicht haben oder – vielleicht besser gefragt – was wagen sie, was andere nicht wagen? Sie folgen ihrem Gewissen und zwar kompromisslos. Aufgrund ihrer Informationen kamen sie zu Erkenntnissen, die sie vermutlich nicht mehr ruhig schlafen ließen. Und sie erkannten die Notwendigkeit, die Öffentlichkeit über ihr Wissen zu informieren. Sie nahmen viele Risiken in Kauf, um diesen Weg zu gehen. Sie blieben sich selbst treu. Sie sind keine Opportunisten, sondern integre Menschen.

Wir haben nichts zu verlieren, außer unserer Angst…

In seinem Buch „Grundformen der Angst“ beschreibt Fritz Riemann den Weg der Individuation. Damit meint er den Reifeprozess eines Individuums zu einer erwachsenen, selbstbewussten, authentisch handelnden Persönlichkeit, deren Motivation nicht auf Opportunismus beruht, sondern auf der inneren Überzeugung, gewissenhaft handeln zu wollen – zum Wohle und nicht zum Schaden anderer.

In gewisser Weise ist auch der Christusweg ein Symbol für solch eine Individuation, oder auch Initiation, wenn man so will. Nun tragen allerdings bereits unsere Erziehung und unser Schulsystem nicht unbedingt dazu bei, integre Individuen heranreifen zu lassen, sondern eher angepasste opportune Ja-Sager, deren gruppenkonformes Denken „belohnt“ wird. Natürliche Impulse der Kreativität, der Bewegung, der Abwehr, der Rebellion etc. werden schon allein durch stundenlanges Sitzen im Klassenraum und straffe Lehrpläne gehemmt. Dank dem Hirnforscher Prof. Dr. Gerald Hüther und vielen seiner Anhänger erreichen aber allmählich neue Impulse das Bildungssystem. Auf dem Internetkanal youtube finden Interessierte mehrere Vorträge von ihm. Seine Erkenntnisse und Ideen sind buchstäblich inspirierend und je mehr Menschen sich für dieses Wissen öffnen, desto schneller kommen diese neuen Informationen überall an, was wiederum den Boden für wirksame Reformen vorbereitet.

Welche Vorbilder haben wir heute noch?

Die Rollenidentitäten der Frauen und Männer sind heute oft brüchig, Selbstwert wird oft mit „Konsumartikeln“ aufgewertet und Sexualität mit Intimität verwechselt. Das alles bietet, neben dem, was „von oben“ auf uns einwirkt, auf den ersten Blick nicht gerade den besten Nährboden, um die (R)Evolution in Richtung „mehr Bewusstheit und Integrität“ zu unterstützen.

Wenn es aber jemand wagt, mutig auf Missstände hinzuweisen und Neues voranzutreiben, folgen bald auch andere, die sich trauen! Allein die enorm große Resonanz auf die Spirit of Health-Kongresse beweist das. Trotz all der Anfeindungen der Presse und trotz der Demonstrationen vor den Veranstaltungssälen, war die Stimmung bei den Kongressen großartig, ermutigend und wegweisend. Nicht zuletzt genau das sorgte auch dafür, das Wagnis Spirit of Health Magazin einzugehen.

Welchen Weg wollen wir gehen?

„Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“, ein Zitat, das Überlieferungen zufolge von Jesus Christus stammen soll, zeigt, wie sich jemand fühlen muss, der strikt seinen Weg der Individuation geht. Es mag immer noch viele Menschen geben, die auf einen „Messias“ hoffen, auf einen Gesandten, der irgendwann im wallenden Gewand mit Heiligenschein durch die Straßen geht, Heilbotschaften verkündet und uns erlöst. Vielleicht aber ist die Symbolik des Christusweges eine andere, nämlich die, dass jeder Mensch selbst den Weg zur Individuation, zum integren Individuum beschreitet – mutig, selbstbewusst, wahrhaftig und authentisch.

Dieser Weg kann für eine Weile einsam machen. Er kann aber auch dazu beitragen, im eigenen Leben neue Prioritäten zu erkennen, sich von manchen Menschen zu verabschieden und neue kennen zu lernen. Wohl jeder, der diesen Weg beschritt, hat erlebt, dass sich im zwischenmenschlichen Bereich die „Spreu vom Weizen“ trennt, wenn man sich zu verändern beginnt, um authentischer zu leben. Und eine starke, integre Gesellschaft, ein „neues System“ braucht neue, authentische und integre Individuen, wenn sich wirklich etwas verbessern soll.

Heldenreise oder Truman-Show?

In der klassischen Dramaturgie nach Aristoteles bezeichnet man die Individuation der Hauptfigur als Heldenreise, an deren Ende der Held an den Widerständen gewachsen ist und erkennt, dass all die Antagonisten zur göttlichen Komödie gehörten. Harry Potter, der Zauberlehrling, bietet dem, „dessen Name nicht genannt werden darf“, die Stirn, was einige Konsequenzen für ihn hat. Es sind Hürden zu nehmen, Enttäuschungen einzustecken, Gefahren zu überwinden, doch es gibt auch helfende Figuren, die ihn auf seinem Weg unterstützen. Nach dem Prinzip der klassischen Heldenreise funktioniert beinahe jeder erfolgreiche Film.

Auch die Truman-Show mit Jim Carrey hat solch eine dramaturgische Struktur. Truman erkennt eines Tages, dass er eigentlich nur eine Figur in einer gigantischen Inszenierung ist (Aufwachprozess). In dem Moment, als er beginnt, sein Sein zu hinterfragen, tauchen auch schon die antagonistischen Kräfte auf, beinahe wie Kohäsionskräfte, die ihn im alten System halten wollen. Er beginnt, immer mehr Verantwortung für seine Befreiung zu übernehmen und er geht seinen Weg weiter. Dabei erkennt er mehr und mehr, dass er sich treu bleiben muss. Alle scheinen plötzlich verhindern zu wollen, dass er „die Struktur“ verlässt. Schließlich wird seine Beharrlichkeit belohnt und es taucht eine Helferfigur auf, die ihn bei seinem Vorhaben unterstützt. Dummerweise ist der einzige Ausweg aus der fremdgesteuerten „Inszenierung“ auf der Insel die Flucht über den Ozean. Das ist für Truman nicht so einfach, denn er hat Angst vor dem Wasser, da er glaubt, sein Vater sei durch Ertrinken zu Tode gekommen. Doch irgendwann wird die innere Notwendigkeit für Truman so groß, der Inszenierung entkommen zu wollen, sich davon zu befreien, dass er es trotz seiner Ängste wagt, ins Boot zu steigen.

Wir sind alle ein wenig wie Truman oder Harry Potter. Ob es Demonstranten vor den Spirit of Health-Kongressen sind oder die Erfüllungsgehilfen der Mainstream-Presse, die – ohne intensivere Recherche – gleich verurteilen, was aus der alternativen Ecke kommt, ob es Politiker sind oder all die anderen Nutznießer des „alten Systems“ – früher oder später werden auch sie ihre Heldenreise antreten müssen, denn die Natur verlangt nach Heilung und Wachstum. Wir haben gerade jetzt die besondere Chance, unsere individuelle Heldenreise anzutreten und tatsächlich nichts zu verlieren, außer unserer Angst.

(R)Evolution – vom „alten System“ zum „neuen System“ – aber wie?
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