Redaktion

Der Landwirtschaftsexperte Matteo Tavera, Landwirt und Naturheilkundler, war ein Pionier der französischen und europäischen Bewegung für organische Landwirtschaft der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Während dieser Jahre verfasste er eine Reihe langer und interessanter Artikel, in denen er seine visionäre These darlegte, die auf vielen Jahren persönlicher Forschung und Beobachtungen basierte. In einer Fortsetzung folgen hier Brief drei und vier.

 

DRITTER BRIEF

Eine Frage der „Elektrizität der Natur“, der Erde und des „Himmels“

Wir müssen den Unterschied zwischen der natürlichen Elektrizität und der künstlichen, industriellen Elektrizität verstehen, die der Mensch täglich für seine Bedürfnisse nutzt. Die natürliche Elektrizität ist unglaublich stark, wird aber häufig nicht als solche erkannt. Dieses Thema ist der Schlüssel zum Verständnis von all dem, was in meinen Schriften zu lesen ist.

MATTEO TAVERA HEILIGE MISSION FRONT - HIGH RES

Die Erde steht sowohl als Globus wie auch als fruchtbarer Boden unter dem Einfluss natürlicher Ströme, die sich gegenseitig austauschen, sowohl außerhalb als auch innerhalb der Erde. Dadurch verjüngt sie sich stets aufs Neue. Viele Ströme von Elektrizität werden nicht als nützlich erkannt und deshalb in ihrer Existenz ignoriert. Das große Konzert des Lebens innerhalb der Erde, die natürliche Elektrizität, wurde seit jeher missverstanden, mit Ausnahme des kleinen Teils, der entdeckt und für wirtschaftliche Zwecke genutzt wurde.

Wir werden diese Kurzsichtigkeit hinter uns lassen und versuchen, die komplexen Zusammenhänge zu erkennen, die das Leben und die Vegetation bestimmen. Sie sind ständig sichtbar, direkt vor unseren Augen. Und dennoch kennen wir sie nicht. Die Meteorologie und die Geophysik nutzen diese Elektrizität in sehr eingeschränktem Rahmen, und sie ist in diesem Zusammenhang nicht so interessant.

Von akademischer Seite besteht wenig Interesse an der Elektrizität, die in den natürlichen Phänomenen auftritt, die wir täglich erleben. Die Landwirtschaft, die Menschen, die Tiere, die Pflanzen, ja die gesamte, Natur hängen von ihr ab.

Kehren wir zu Franklin und seinem Drachen zurück. Wenn auch die künstlich erzeugte Elektrizität sich nicht so schnell durchgesetzt hat, können wir uns doch vorstellen, dass die von der Natur erzeugte Elektrizität heute bedeutend schneller akzeptiert würde. Es gibt da einen großen Unterschied, auf den ich nicht näher eingehen will. Nur so viel:

  1. die Statik wie in Gleichstrombatterien
  2. die Dynamik wie beim Wechselstrom bei Motoren und Dynamos machte so dramatische und schnelle Fortschritte, dass sie die Leute, die dafür zuständig waren, komplett beherrschte. Dadurch wurden sie blind gegenüber sämtlichen „natürlichen“ Möglichkeiten.

Man konzentrierte sich vollkommen auf die industrielle Elektrizität. Die natürliche Elektrizität wurde praktisch ignoriert und vollkommen jenen überlassen, die keinerlei finanzielle Interessen an der industriellen Elektrizität hatten. Wie ich bereits sagte, wird dieses „Exposé“ weder erschöpfend noch präzise, denn ich möchte es so einfach halten, dass jeder es versteht, so wie eine Lektion zu irgendeinem anderen Thema.

VIERTER BRIEF

Hier befassen wir uns mit den Magnetfeldern der Erde und den irdischen Strömen. Lassen Sie sich davon nicht abschrecken! Ich werde mich sehr einfach ausdrücken. Was die Magnetfelder betrifft, erzähle ich Ihnen nichts, was nicht bereits bekannt wäre, um nicht zur sehr ins Fachliche abzugleiten.

Wir wissen alle bereits seit langer Zeit, dass die Magnetfelder existieren und die Nadel des Kompasses immer nach Norden zeigen lassen. Seit den Tagen der Renaissance wird ihre Existenz durch den Kompass bewiesen. Wir wissen auch alle über die Abweichungen Bescheid, die durch die Sterne und Planeten verursacht werden, einschließlich durch unseren eigenen wunderbaren Satelliten, den Mond. Und natürlich werden sie auch durch die Sonne in starkem Maße beeinflusst.

Der irdische Magnetismus ist eines der kompliziertesten Themen, mit denen sich die Menschheit beschäftigt. Die intensive Auseinandersetzung mit dem Magnetismus hatte einen großen Einfluss auf die Wissenschaft, also werde ich nicht näher darauf eingehen. Das würde Sie nur langweilen.

Was die Ströme innerhalb der Erde betrifft, sind diese weit weniger bekannt. Sie wurden nicht, wie die Magnetfelder, durch den Kompass bestätigt. Etwas laienhaft könnte man sie wie folgt beschreiben: Innerhalb der Erde existieren so genannte „tellurische“ elektrische Strömungsfelder. Diese Ströme befinden sich direkt unter unseren Füßen. Sie sind schwach, aber sehr wertvoll und nützlich. Je tiefer sie sind, desto schwächer werden sie. Am stärksten sind sie direkt unter der Oberfläche. Als man sie zuerst entdeckte, war man lange Zeit der Meinung, dass sie vollkommen unabhängig von den irdischen Magnetfeldern wären. Heute wissen wir jedoch, dass sie von denselben (lunaren und solaren) Kräften und vielleicht auch von den Magnetfeldern der Erde selbst beeinflusst werden.

Damit das besser verständlich ist, werde ich versuchen, das bildhaft darzustellen. Stellen Sie sich eine Lampe vor, die extrem empfindlich ist. Anstatt den Stecker nun in die Dose zu stecken, stecken Sie ihn in die Erde, in einer Tiefe von einem oder zwei Zoll, wobei die Stifte jedoch mehrere hundert Meter voneinander entfernt sind. Zu Ihrer Überraschung würde dann die Lampe aufleuchten. Auf diese Weise ist es möglich, tellurische Ströme zu messen. Man erzeugt zwei Pole, indem man sie weit genug voneinander trennt, vorzugsweise zwei Kupferstangen, die man in den feuchten Boden steckt. Indem man ein Amperemeter auf einen Führungsdraht positioniert, an den die Pole angeschlossen sind, kann man die Strömung messen. Dies liegt im Bereich von wenigen Millivolt pro Kilometer Entfernung zwischen den beiden vergrabenen Polen. Sie sind nicht stark, jedoch auch nicht unbedeutend. Die Leitfähigkeit im Boden hat einen großen Einfluss auf diese tellurischen Ströme, und diese Leitfähigkeit ist sehr variabel und hängt von der Zusammensetzung des Bodens, dem Feuchtigkeitsgehalt usw. ab. Es gibt einen eigenartigen Grund dafür, dass ich erwähne, warum diese Ströme intensiver erforscht wurden. So schwach sie auch sind, haben sie doch eine spürbare Wirkung. Zuerst einmal haben sie die Suche der Geophysiker nach Erdöl in ihrer Arbeit behindert. Da sie nicht in der Lage waren, diese Ströme zu beseitigen, haben sich die Geophysiker mit ihrer Existenz abgefunden und sie sogar genutzt. Das ist ihnen dadurch gelungen, dass sie sie sozusagen zu Hilfsmitteln umfunktionierten. Tatsächlich haben sie ein Messsystem perfektioniert, das es den tellurischen Strömen ermöglichte, frei zu wirken, als eines der Elemente des natürlichen Systems. Da war gar nicht so leicht. Es wurde viel Forschungsarbeit investiert, um herauszufinden, wie man sie nutzen könnte. Aber was diese Dinge verursacht, bleibt immer noch ein Geheimnis, und die Ursachen sind im Rahmen der vorliegenden Arbeit auch nicht so wichtig. Aber trotzdem sind wir an ihrer Wirkung interessiert. Wenn es Sie interessiert, werden Sie in meinem nächsten Brief mehr darüber erfahren.

MATTEO TAVERAS „HEILIGE MISSION” dritter und vierter Brief

Schreibe einen Kommentar