Interview: Beate Wiemers

Robert Stein ist seit 2010 Moderator verschiedener Internet.TV-Formate und betreibt seit 2014 seinen eigenen Internet-Kanal www.stein-zeit.tv, auf dem viele spannende Beiträge über historische, politische und andere gesellschaftsrelevante Ereignisse zu sehen sind. Doch nicht nur das: Für Fragen zu Themen wie Finanzen, Gesundheit, Tierhaltung und Bewusstsein gibt es hier ebenfalls Zeit und Raum. Die Darstellung von Hintergründen wie auch die vieler neuer Ideen, die Auswege aus den bisherigen Strukturen bieten könnten, kommen bei stein-zeit.tv gleichermaßen zur Sprache. 

 

stein-zeit.tv

Wichtig ist Robert Stein bei seiner Arbeit, die Menschen dort abzuholen, wo sie sind. Er will nicht polarisieren, nicht belehren, sondern aufklären und informieren – und sich bei all dem vor allem selbst treu bleiben. Das Spirit of Health Magazin befragte ihn zu seinen Motiven für diese Art von Arbeit, seinen Erfahrungen und dazu, wie sein Engagement im Bereich „jenseits des Mainstream“ sein persönliches Er(Leben) verändert hat.

SoHM: Robert, zu einem Informationsportal wie stein-zeit.tv kommt man sicherlich nicht, wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kinde. Was war bei dir der Anlass, dieses Wagnis einzugehen?

Robert Stein: Eigentlich war es aber genau so, völlig ungeplant. Durch meine Vorträge seit 2003 wurde man bei Nexworld.TV auf mich aufmerksam und so begann ein völlig neuer Weg als Moderator in einer TV-Produktion, aber eben Internet-TV. Als sich dann die Möglichkeit ergab, mit dem Team von Nuoviso.TV eine Kooperation einzugehen, habe ich diese Möglichkeit natürlich wahrgenommen, immer in der Hoffnung, dadurch noch mehr Menschen zu erreichen.

SoHM: Du warst früher als Pilot bei der Bundeswehr und hättest dort Karriere machen können inkl. der damit verbundenen Privilegien und materiellen Sicherheiten. Doch du hast einen anderen Weg gewählt warum?

Robert Stein: (Denkpause) Man kann es am Besten mit dem Spruch sagen: „Stell dir vor, es ist Krieg und keiner ´fliegt´ hin!“ Anfang der neunziger Jahre war ich als Zeitsoldat bei der Bundeswehr und durch „Zufall“ ergab sich für mich die Erfüllung des größten Kindheitstraums, nämlich Pilot zu werden. Als sich diese Tür für mich aufgetan hat, bin ich natürlich durch sie gegangen und habe diesen Traum weiter verfolgt. Meine naive Vorstellung damals war, dass ich mit der Transall, dem Transportflugzeug der Bundeswehr, Getreide und Hilfsgüter nach Afrika fliegen würde. Das passiert zwar auch manchmal, aber meistens fliegt man mit einem Militärflugzeug eben Militärausrüstung wie Waffen, Munition, Soldaten etc. Nicht, dass mir das nicht von Anfang an klar war, aber nach fünfjähriger Ausbildung und auch privaten großen Veränderungen, sah die Welt damals doch anders aus. Ich wurde sehr oft menschlich enttäuscht und war auch regelrecht schockiert von der geistigen Einstellung und Mentalität in den höheren Kommandostellen: Befehl und Gehorsam. Vogel friss oder stirb! Jeden Morgen sah ich an der Wache ein imaginäres Schild mit der Aufschrift: „Bitte Moral und eigenes Denken beim Wachhabenden abgeben.“ Dumpfe Befehlsempfänger umgaben mich überall und meine Seele schrie ganz laut: „Bloß weg von hier!“ Es war, als schnürte mir eine unsichtbare Kraft immer mehr die Kehle zu und der Dienst war alles andere als erfüllend und sinngebend. Ich musste auch feststellen, dass der große Traum vom Fliegen sich in der Realität ganz anders darstellte. Enttäuschend ist das treffende Wort und jede Zelle in mir sträubte sich, in diese uralte Transall zu steigen. Der tödliche Absturz eines Freundes von mir mit der Transall erhöhte meinen inneren Gewissenskonflikt. Und so lernte ich die wichtigste Lektion im Leben: Loslassen von alten Träumen, Strukturen und Glaubensmustern. Das hat mir später unglaublich geholfen, als mir die größeren Zusammenhänge und Hintergrundstrukturen auf dieser Welt klarer wurden. Denn wer erkennt, was wirklich hier gespielt wird, muss zuerst einmal sein bisheriges Weltbild entsorgen. Keine leichte Übung für die meisten Menschen.

SoHM: Was hat sich durch stein-zeit.tv in deinem Leben verändert und auf welche Weise?

Robert Stein: Durch die Interviews habe ich sehr viele interessante Menschen getroffen, denen ich sonst vermutlich nicht so einfach begegnet wäre, darunter Wissenschaftler, auch Quantenphysiker und viele Aktivisten, die das Fähnchen der Wahrheit hoch halten. Teilweise machte ich an einem Tag sogar bis zu sechs Interviews. Beim Interview ist man ja herausgefordert, zuzuhören und die jeweils nächste Frage einem roten Faden folgend zu stellen. Wenn ich die Sendungen dann hinterher sah, merkte ich erst, was für eine Fülle von Informationen sie beinhalteten und das musste ich dann erst einmal verarbeiten. Wer zu mir ins Studio kommt, hat ja schon ein Sendungsbewusstsein. Über all die neuen Kontakte ergab sich natürlich auch ein engmaschiges Netzwerk und das ist verbunden mit dem Gefühl, gemeinsam etwas tun zu können, sozusagen in einem Boot zu sitzen. Es werden auch immer mehr Menschen, die aufwachen, aber die große Masse ist leider immer noch mit Brot und Spielen beschäftigt. Der größte alternative Kongress, auf dem ich selbst gesprochen habe, hatte 2.000 Besucher. Aber wenn der FC-Bayern ruft, dann pilgern jedes Mal 70.000 Menschen dorthin, um ihren Göttern zu huldigen. Es ist also noch ein gutes Stück Weg, das vor uns liegt, wenn wir alle erreichen wollen.

SoHM: Du erkranktest vor einigen Jahren an Lymphdrüsenkrebs. Wie du uns im Vorfeld berichtet hast, führte dich deine Suche nach Heilung von diesem Leiden über alle erdenklichen Stationen alternativmedizinischer Präparate und Methoden letzten Endes zur Entscheidung für eine Chemotherapie. Mit welchen inneren Prozessen war diese Entscheidung verbunden?

Robert Stein: So, wie ich es heute sehe, basierte die Erkrankung auf einer Summe von Faktoren. Der Krug geht eben so lange zum Brunnen, bis er bricht. Ich habe von 2005 bis 2013 als Sicherheitsmanager am Münchner Flughafen gearbeitet, wo ich für die Gepäck- und Passagierkontrolle zuständig war. Diese Kontrollen sind auch sehr sinnvoll, wenn es darum geht, Gefahren aus Unwissenheit zu vermeiden. Wenn ein Großwildjäger in seiner Thermoskanne konzentrierte Schwefelsäure dabei hat, nur um das in Afrika erlegte Geweih zuhause noch zu bleichen, dann bin ich sehr froh, wenn es Leute gibt, die so etwas verhindern. Aber als 2006 die Flüssigkeitskontrollen eingeführt wurden, musste ich den Passagieren jeden Tag den blinden Aktionismus von Brüsseler Bürokraten als sinnvoll verkaufen. Und das hat mich nicht nur belastet, sondern regelrecht gebrochen. Dann kam dazu, dass eine eigentlich harmlose Operation zu unerwarteten Komplikationen führte. Mein „System“ reagierte entsprechend. Man kann es auch so sehen, dass mir das Schicksal einen Tritt in den Hintern gab, um endlich das zu machen, wozu ich eigentlich auf diese Welt gekommen bin. Dann habe ich erst einmal alle alternativen Möglichkeiten ausgeschöpft. Schließlich kannte ich mich ja gut aus und war gut vernetzt. Aber alles, was ich ausprobierte, war letztendlich nicht zielführend. Eine histologische Untersuchung ergab dann die eindeutige Diagnose. Ich geriet deswegen zwar nicht in Panik, spürte aber, dass ich mich entscheiden musste. Zum Glück traf ich damals auf den richtigen Arzt, der eine Chemotherapie mit alternativen Methoden, darunter die Ganzkörperhyperthermie, kombinierte. Ich erhielt nur wenige Zytostatika. Diese Kombination hatte bei mir auf jeden Fall eine phänomenale Wirkung. Es hat immer auch mit dem persönlichen Prozess zu tun, welche Therapie bei einem wirkt. Was bei einem Menschen hilft, muss bei anderen nicht wirksam sein. Mir geht es heute mehr denn je darum, keine Methode in den Himmel zu loben und eine andere zu verteufeln und ich favorisiere den Weg der Mitte. Das alles zu erleben half mir aber auch dabei, Rahmenbedingungen zu schaffen, um endlich das zu tun, was offenbar für mich bestimmt ist. Auch wenn es bizarr klingt, aber zum Glück bin ich krank geworden.

SoHM: Wenn wir einmal optimistisch voraussetzen, dass sich die Mehrheit der Menschen ein friedliches Miteinander aller im Einklang mit der Natur wünscht, auf der anderen Seite aber sehen, dass Kontrolle, Zensur, Fremdsteuerung etc. allem Anschein nach zuzunehmen scheinen – was könnte aus deiner Sicht ein Ausweg aus dieser „Materie“ gewordenen Situation sein und wie könnte jedes einzelne menschliche Individuum dazu beitragen, dass die Situation nicht eskaliert?

 

Robert Stein

Robert Stein: Uns wurde beigebracht, dass wir ein evolutionäres Geschöpf sind und dass die gewinnen und erfolgreich sind, die sich am besten durchsetzen können – und das oftmals auch ohne Rücksicht auf andere. Die ersten Strukturen dazu werden ja schon in den Familien, im Kindergarten und besonders später in der Schule angelegt. Das führt später natürlich zu einem opportunistischen Verhalten und zur Kungelei, zu einer gewissen „Nach mir die Sintflut-Haltung“. Man schanzt sich innerhalb seiner Gruppe Aufträge zu und das alles führt zur Vetternwirtschaft. Das gibt es überall. Besonders aber dort, wo sich Macht und Kontrolle konzentrieren, finden sich Menschen mit speziellen antisozialen Persönlichkeitsstörungen. Man kann sie als Psychopathen bezeichnen. Das ist etwas, das vielen Menschen noch überhaupt nicht bewusst ist. In seinem Buch „Politische Ponerologie“ („poner“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „böse“) beleuchtet Dr. Andrzej M. Lobaczewski den Einfluss solcher Individuen in der bzw. auf die Politik. Um nur ein Beispiel von sehr vielen zu nennen: Tony Blair ist privat Familienvater, aber mitverantwortlich dafür, dass über eine Million Zivilisten in Kriegen erschossen wurde. Dann stellt sich einer wie er vor die Weltöffentlichkeit und haucht ein lapidares „Entschuldigung“ ins Mikrofon, wenn überhaupt. Das Wissen um diese soziopathischen Charaktere in der Politik, in den Geheimdiensten und in vielen anderen Strukturen, ist eine zentrale Notwendigkeit, um all die Verschwörungen auf der Welt überhaupt erst zu verstehen. Da agieren keine empathischen Leute mit Gewissen und Skrupeln. Da agieren jene, denen ziemlich egal ist, was ihr Handeln für Konsequenzen für andere Menschen hat. Und genau dieser Sachverhalt wird viel zu selten thematisiert. Bei dem Begriff „Soziopath“ denken die meisten an Typen wie Hannibal Lecter aus dem Film: „Das Schweigen der Lämmer“. Aber solche Charaktere sind nicht nur im Psychothriller zu finden, sondern überall dort, wo man Macht missbrauchen, Kontrolle ausüben und Privilegien ausnutzen kann. Betrachten wir doch in dem Zusammenhang mal unsere derzeitige Regierung: Sie hat unsere Staatsgrenzen aufgegeben und 5.000 bis 10.000 Menschen kommen täglich ins Land, sehr viele davon illegal. Ich war zwölf Jahre beim Militär und fast zehn Jahre am Flughafen und alles, was da für die „innere Sicherheit“ gilt, wird jetzt de facto ausgesetzt und zwar gegen jegliche Vernunft. Viele, zu denen ich aus jener Zeit noch Kontakt habe, verstehen überhaupt nicht mehr, was Merkel zu so etwas veranlasst. Vielleicht hat sie ein düsteres Geheimnis und ist dadurch erpressbar oder sie provoziert ganz bewusst Eskalationen. Als ich das Buch von Dr. Lobaczewski las, war das für mich wie ein Schlüsselmoment, in dem mir bewusst wurde, mit was für Leuten wir es zu tun haben. In diesem Kontext möchte ich unbedingt noch auf den sehr hörenswerten Vortrag des Kieler Psychologen Rainer Mausfeld verweisen. Er hat den bezeichnenden Titel „Warum schweigen die Lämmer?“ und ist auf youtube zu sehen. Darin erläutert er, wie Propaganda funktioniert. Stichworte dazu lauten „Defragmentierung“ und „Rekontextualisierung“. Am Beispiel der Flüchlingspolitik heißt das, dass uns Einzelereignisse präsentiert werden, ohne die eigentlichen Hintergründe zu beleuchten. Die Planungen des Pentagon nach 9/11, den Nahen Osten zu bekriegen (Stichwort PNAC: Project for a New American Century), werden nie thematisiert und die Zusammenhänge werden der Bevölkerung auf diese Weise nicht klar. Die Zerstörungen von Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, Somalia und Jemen werden als Einzelereignisse behandelt, im Namen der Demokratie. Und doch liegen genau darin die Ursachen der Flüchtlingswellen, aber unsere Schlafschafe schweigen dazu, weil sie mit Champions-League und Musikantenstadt zu sehr beschäftigt werden.

SoHM: Welches Thema, das du auch auf stein-zeit.tv behandelst, liegt dir momentan am meisten auf dem Herzen?

Robert Stein: Generell geht es mir um Aufklärung, um Hintergrundinformationen und darum, immer mehr Menschen klarzumachen, dass wir in einer Matrix leben und buchstäblich verarscht werden. Wenn wir erkennen, welche Kräfte im Universum wirken, dass es dunkle und lichtvolle sind, können wir aus dieser Erkenntnis heraus auch Kraft schöpfen und uns entscheiden. Es klingt vielleicht seltsam, aber gerade jetzt haben wir die Möglichkeit, dieses dunkle Kapitel in unserer Geschichte zu beenden und ein neues und lichtes Kapitel aufzuschlagen. Wir haben selbst die Wahl, wie wir leben wollen – abhängig oder frei.

SoHM: Gibt es noch eine Frage, von der du möchtest, dass ich sie dir stellen würde?

Robert Stein: Ob ich Hoffnung habe.

SoHM: Und?

Robert Stein: Ja, sehr viel. Zwar glaube ich, dass es in naher Zukunft noch ziemlich holprig wird, aber ich gehe auch davon aus, dass ich immer gerade zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin. Eigentlich ist es fantastisch, in einer Zeit wieder dieser zu leben. Und ich hoffe, dass immer mehr Menschen aufwachen und erkennen, was sich hier abspielt, dass das dann eine Lawine im besten Sinne lostreten wird, damit die Dunkelheit durch immer mehr Licht verschwindet.

SoHM: Lieber Robert, wir danken dir sehr für das Gespräch!

 

Der Vortrag von Rainer Mausfeld ist hier zu finden:

Robert Stein – Neues Bewusstsein? Bei sich selbst anfangen!
Markiert in:            

Schreibe einen Kommentar