Autorin: Andrea de Groot

Hat man erst einmal den Weg natürlicher Heilmethoden für sich entdeckt, dann kommt schnell eins zum anderen. Plötzlich sieht man vieles in einem anderen Licht und kommt früher oder später auch beim Thema Verhütung an.

RUBRIK: Frauengesundheit – Women’s Health

Verhütung: Ist „natürlich“ auch sicher?

Seit über 50 Jahren ist sie auf dem Markt und mittlerweile nehmen weltweit geschätzte 100 Millionen Frauen das wohl bekannteste Verhütungsmittel der Welt: die Pille. Doch was zunächst als große Befreiung der Frau gefeiert wurde, entpuppt sich nun, ein gutes halbes Jahrhundert später, als Trojanisches Pferd. Der Pharmaindustrie ist es gelungen, aus vollkommen gesunden Frauen beinahe lebenslange Patientinnen zu machen, indem sie nun tagein tagaus diese kleine Pille nehmen.

Doch ist die tägliche Einnahme künstlicher Hormone wirklich der einzig sichere Weg, eine Schwangerschaft erfolgreich zu vermeiden? Und was bedeutet „sicher”? In einer 3-teiligen Spezialserie zum Thema Verhütung haben wir die wichtigsten Verhütungsmethoden zusammengefasst, inklusive der Kosten und Nebenwirkungen.

Teil 1 – Hormonelle Methoden

Befürworter hormoneller Verhütungsmittel behaupten, dass die Einnahme künstlicher Hormone sicherer sei als eine Schwangerschaft, die schließlich auch Komplikationen hervorrufen kann. Außerdem stelle der weibliche Körper schließlich selbst sowohl Östrogen als auch Gestagen her, und zudem wäre das dann ja der „Natur nachempfunden”. Doch warum genau der Eisprung verhindert wird, das wird selten hinterfragt. Auch sprechen Sammelklagen verwaister Eltern, deren kerngesunde junge Töchter an Lungenembolien und anderen Nebenwirkungen hormoneller Verhütungsmittel verstarben, eine andere Sprache.

Die Pille

Die Pille ist bei Weitem nicht das einzige hormonell wirkende Verhütungsmittel, jedoch das Bekannteste. Es gibt sie in verschiedenen Variationen:

Ovulationshemmende Pillen, wie die Mikropille, greifen in den natürlichen Hormonhaushalt ein und unterdrücken durch eine Kombination von künstlich hergestelltem Östrogen und Gestagen den Eisprung. Ganz wie bei einer Schwangerschaft sorgt ein Überschuss an Östrogen dafür, dass das Ei gar nicht erst heranreift. Gestagen bewirkt außerdem, dass der Schleim am Muttermund für Spermien undurchlässiger wird. Sollte es also wider Erwarten doch zu einem Eisprung gekommen sein, so haben es Spermien schwer, das Ei zu erreichen und zu befruchten. Hinzu kommt, dass die Gebärmutterschleimhaut durch die Hormone so manipuliert wurde, dass diese sich nicht, wie in einem natürlichen Zyklus, normal aufgebaut hat, um eine Einnistung des Eis zu ermöglichen.

In der sogenannten Pillenpause tritt dann eine Blutung ein. Es handelt sich hierbei lediglich um eine Entzugsblutung, welche durch den Entzug der Hormone hervorgerufen wurde und mit dem natürlichen, reinigenden Prozess der Regelblutung nichts gemein hat. Heutzutage ist es auch keine Seltenheit, dass die Pillen über Monate oder gar Jahre durchgenommen werden, ohne jemals eine Blutung zu erlauben.

Die Minipille agiert in ähnlicher Weise und hemmt ebenfalls die Ovulation, doch ist diese Pille östrogenfrei und enthält geringere Mengen Gestagen. Aber wer denkt, dies sei weniger problematisch für den Körper, der irrt. Auch die Minipille greift in die natürliche Hormonbalance des Körpers ein und täuscht dem Körper ebenfalls eine Schwangerschaft vor – jeden Monat auf’s Neue.

Die Sicherheit der Pille liegt bei einem Pearl Index (PI) von 0.1 – 0.9 – je nach Präparat, was übersetzt bedeutet, dass bei perfekter Anwendung innerhalb eines Jahres 1-9 von 1000 Frauen trotz Pilleneinnahme schwanger werden können. In der Anwendungssicherheit liegt der PI allerdings weitaus höher. Die Wirkung der Pille kann durch Medikamenteneinnahme, Durchfall, Erbrechen und viele weitere Faktoren beeinflusst werden und dadurch ihre Sicherheit mindern.

Kosten: Monatlich zwischen € 7 und € 21, je nach Präparat. Für Frauen unter 18 Jahren werden die Kosten vollständig von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, und bis zum 20. Lebensjahr ebenfalls gänzlich oder teilweise, wenn diese ärztlich verordnet wurde. Jährlich liegen die Kosten bei max. € 240.
Kosten für die Gesundheit: Mögliche Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Stimmungsschwankungen, Libidoverlust, Thrombosen, Lungenembolie, Tod.

Depotspritzen

Die Dreimonatsspritze oder auch Depotspritze genannt, agiert ähnlich wie die Pille, doch statt täglich eine geringere Menge an Hormonen zu sich zu nehmen, wird hier mit allein einer Spritze eine hohe Dosis Gestagen gespritzt, die den Eisprung gleich über einen längeren Zeitraum (bis maximal 12 Wochen) unterdrückt. Die Depotspritze darf nur in Ausnahmefällen verschrieben werden, nämlich dann, wenn die Pille nicht vertragen wird. Trotz der Tatsache, dass die Spritze ein Vielfaches an Hormonen enthält, gilt diese besonders bei einer Pillenunverträglichkeit als geeignet. Zwar ist sie östrogenfrei, doch ist ein Absetzen bei Unverträglichkeit hier nachträglich nicht mehr möglich. Die Hormone wirken lange nach, so dass sich die Auswirkungen nach Absetzen dieser Methode noch bis zu 3 Jahre später in einem unregelmäßigen Zyklus zeigen können. Es ist also definitiv eher eine Methode für Frauen, die die Familienplanung bereits abgeschlossen haben.

Die Sicherheit der Depotspritze liegt bei einem PI von 0.3 – 0.88, denn obwohl die Einnahme hier nicht vergessen werden kann, so können bestimmte Medikamente (z.B. Antibiotika) die Wirkung mindern.

Kosten: Die Spritze kostet ca. € 30 und so liegen die monatlichen Kosten umgerechnet bei € 10 und die jährlichen Kosten bei € 120.

Kosten für die Gesundheit: Da massiv in den natürlichen Zyklus eingegriffen wird, kann es zu Zyklusstörungen kommen, die auch noch lange über die Wirkungsdauer der Spritze hinausgehen. Schmierblutungen, Libidoverlust, Hautveränderungen (Akne) und Depressionen sind u.a. bekannte Nebenwirkungen.

Hormonimplantat

Dann gibt es noch das 4 cm lange Hormonimplantat aus Kunststoff, welches in den Oberarm implantiert wird. Von dort aus gibt es unentwegt das künstliche Hormon Etonogestrel (Gestagen) frei. Spätestens nach drei Jahren muss das Stäbchen entfernt bzw. gewechselt werden. Dies geschieht in der Regel unter örtlicher Betäubung und erfordert nur einen kleinen Schnitt, doch ist es durchaus auch möglich, dass ein größerer Schnitt nötig ist, das Implantat unter Vollnarkose entfernt werden muss oder, dass es gar nicht mehr im Körper auffindbar ist.

Kosten: Das Implantat kann bis zu € 350 kosten und es kostet nochmals ca. € 50 um wieder entfernt zu werden. Die jährlichen Kosten belaufen sich demnach umgerechnet auf  ca. € 133. Ca. 30% der Anwenderinnen vertragen das Implantat nicht, weshalb es frühzeitig entfernt werden muss und die Kosten somit um ein Vielfaches steigen.
Gesundheitliche Kosten: Stimmungsschwankungen, Libidoverlust, mögliche Zwischenblutungen, lokale Entzündungen, Einwachsen des Implantats ins Gewebe, Thrombose und Lungenembolien sind mögliche Nebenwirkungen. Der Wirkstoff Etonogestrel wird als besonders problematisch gesehen und soll das Risiko tiefer Venenthrombosen gegenüber anderen Präparaten verdoppeln. Das Hormonimplantat ist erst seit dem Jahr 2000 auf dem Markt und es fehlen Langzeitstudien, um weitere Nebenwirkungen auszuschließen. Sollte bei der Entfernung tatsächlich eine Vollnarkose nötig werden, so ist diese selbstverständlich ebenfalls mit den dazugehörigen Nebenwirkungen verbunden.

Hormonelle Methoden und die Kosten für unsere Umwelt

Die Entscheidung für oder gegen hormonelle Methoden beinhaltet weit mehr als das persönliche Schicksal. Die Hormone verschwinden, nachdem sie ihre Wirkung in unserem Körper getan haben, keinesfalls im Nirvana. Über unsere Ausscheidungen gelangen sie in unsere Gewässer, denn Kläranlagen sind auch über 50 Jahre nach Erfindung der Pille noch nicht dafür gerüstet, Medikamentenrückstände vollständig aus dem Wasser zu filtern. Unsere Entscheidung, die Pille oder andere hormonelle Mittel, einzunehmen, betrifft also nicht nur uns, sondern alle, die wir uns diesen Planeten teilen.

Und sein wir mal ehrlich: Selbst wenn diese eines Tages vollständig herausgefiltert würden – wohin dann damit? Letztlich müssten sie ebenfalls irgendwo bleiben, wenn auch nicht direkt im Wasser. Seit Jahrzehnten warnen Forscher vor der sich anbahnenden Katastrophe, doch bisher hat sich wenig getan. Zwar werden Richtlinien über die zugelassenen Mengen von Arzneimittelrückständen diskutiert, doch während im Parlament bei (hormon-angereichertem?) Tee und Keksen noch munter weitergeredet wird, nimmt die Realität bereits ihren Lauf. Männliche Fische, die in hormonverseuchten Gewässern leben, verweiblichen und ganze Fischpopulationen stehen somit vor dem Aus. Der Effekt, den die Hormone auf andere Tiere haben, die aufgrund der Nahrungskette ebenfalls die Wirkstoffe aufnehmen, ist nicht einmal erforscht worden.

Es lohnt sich also, nicht nur um seiner selbst wegen, die beliebteste Verhütungsmethode der Welt zu hinterfragen. In den nächsten beiden Ausgaben des Spirit of Health Magazins informieren wir Sie über hormonfreie Alternativen, damit Sie künftig nicht nur sicher, sondern auch nebenwirkungsfrei die Liebe genießen können.

Quellennachweis: Pearl-Index und Kosten http://www.profamilia.de/

 

Verhütung: Ist „natürlich“ auch sicher?

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