Autorin: Dr. Gabriele Feyerer

Als in Europa das Hollywood-Epos „Der mit dem Wolf tanzt“ („Dances with wolves“) mit Kevin Kostner in die Kinos kam, wurde in unseren Breiten ein neues Interesse an den „American Natives“, ihrem Schicksal und ihrer Lebensweise geweckt. Die „echten“ Indianer allerdings sahen die Sache vielfach anders. Ein großer Teil meinte, der Film habe uns Weißen nur wieder das bekannte Klischee des halbnackten, Pferde stehlenden Wilden bestätigt. Für die weißen Bürger Amerikas stellt die Vertreibung der Ureinwohner aus ihrem angestammten Land und die brutale Zerstörung ihrer Kultur wohl das unangenehmste Kapitel der Staatengeschichte dar. Eine Geschichte, die in Europa wenig bekannt ist und kaum reflektiert wird. Dabei könnten sogenannte zivilisierte Gesellschaften von der tiefen Weisheit und dem Heilwissen des „roten Mannes“ ebenso profitieren, wie dies nun schon seit Jahrzehnten durch unser Studium östlicher Heilmethoden und Lebensart geschieht.

In Kreisen des „New Age“ werden indianische Bräuche, etwa das Schwitzhüttenritual, das Medizinrad oder esoterische Formen der Visionssuche für gestresste Westler praktiziert. Diese sind aber wenig geeignet, einen Zugang zu indianischer „Religion“ zu finden. Indigene Spiritualität und Medizin werden in ihrer urtümlichen Bedeutung und Praxis von Weißen in der Regel ferngehalten. Zu schlecht war die Erfahrung der meist grundehrlichen und ethisch hochstehenden, indigenen Zivilisationen mit westlicher Habgier und Ignoranz. Es kann auch niemals Sache eines Weißen sein, „indianisch“ zu werden. Wohl aber können wir versuchen, aus jenem „Weg der Schönheit“ zu lernen, der für traditionell denkende „Indianer“ wieder zunehmend an Bedeutung gewinnt. „Walk in beauty“ lautet ein von ihnen oft gegebener Rat. Er umfasst moralisches Handeln, Großzügigkeit, Respekt, Verständnis, Mitgefühl und Liebe sowie die Einsicht, dass unsere Seele mit dem ganzen Universum untrennbar verflochten ist. Was wir unserem Nächsten und der Natur antun, tun wir immer nur uns selbst an.

Was „glauben“ die Indianer?

Über „Religion“ spricht ein Indianer nicht, er hat sie. Die in unseren Breiten hoch geschätzten biblischen Grundsätze, das erkannten sogar Missionare, waren in der traditionellen Lebensart von Indianern seit jeher umgesetzt. Dennoch erfuhren die indigenen Völker schlimmste Grausamkeiten durch den Staat und christliche Prediger. Nicht nur ihr Land wurde den Ureinwohnern des amerikanischen Kontinents widerrechtlich genommen, man zwang sie überdies, am Sonntag in Bethäusern einem strafenden Christengott zu huldigen, statt, wie es bei ihnen Sitte war, in freier Natur dem „Großen Geist“ („Great Spirit“) in Gedanken und Handlungen tägliche Ehrfurcht zu erweisen. Man verschleppte ihre Kinder in Internate, wo sie gedemütigt, geschlagen und oftmals missbraucht wurden. Da man ihnen auch ihre Sprache verbot, verstanden sie nach der Rückkehr ihre eigenen Eltern nicht mehr, und diese Jugendlichen waren zum Leben in der indianischen Gemeinschaft nun vollkommen unfähig geworden. Noch immer sind in TV-Dokumentationen alte Menschen indigener Herkunft zu sehen, die unter Tränen ihre Geschichten erzählen. Prozesse und Geldentschädigungen können die seelischen Wunden niemals heilen, sie sind aber heute ein wichtiges Symbol der Wiedergutmachung für die zahllosen Opfer.

Alle Indianer wissen (nicht „glauben“), dass der „Große Geist“ (Great Spirit) – welche Namen man ihm auch geben mag – sich in der ganzen Schöpfung zeigt. In jeder Pflanze, jedem Tier, ja selbst in einem Stein ist er zugegen. Ein System von Pflanzen-, Mineralien-, und Tiertotems gab dem indianischen Leben seine Ausrichtung. Die erste Frage nach der Zugehörigkeit zu einem Stamm lautete immer: „Was ist dein Totem?“ Nach diesen Regeln erfolgten auch Heirat und gegenseitige Hilfeleistung. Man fühlte sich dem eigenen Clan stark verbunden. Vor allem bei den „First Nations People“, wie die kanadische Urbevölkerung sich heute nennt, ist das Schnitzen von Totempfählen und Tiermasken wieder von großer ritueller Bedeutung. Diese Gegenstände gelten als „beseelt“, sie schützen und begleiten die Gemeinschaft in allen Lebenslagen.

Indianersprachen können manche Dinge als lebendig benennen (Rasseln, Trom meln oder bestimmte Steine). Diesen kommt in alten Zeremonien eine wichtige Rolle bei der Krankenbehandlung oder Visionssuche zu. Die heilige Tabakspfeife war für Indianer gleichsam ein „Telefon nach oben“. Wurde sie respektvoll entzündet und geraucht, entstand eine Verbindung zu universellem Wissen. Auch Verträge wurden mit dieser Handlung besiegelt und von Indianern nicht grundlos verletzt. Weiße dagegen brachen jeden Vertrag mit ihnen, noch bevor die Tinte darauf trocken war. Es gehörte zu den bedrohlichsten Schwächen indigener Völker, diese Ehrlosigkeit und Falschheit der Weißen kaum zu begreifen, denn für sie war wiederholtes Lügen ein schwerer Charakterfehler, den sie niemandem so einfach zuschreiben wollten.

Indianische Lebensart und Heiltradition

Wir erhalten von Geburt an die Fähigkeit zu träumen und Visionen zu haben. Eine Vision kann einem Menschen im Traum, durch persönliche „Erleuchtungserlebnisse“, als Folge einer schweren Krankheit oder eines harten Schicksalsschlages zuteil werden. Oft besteht sie einfach in dem „guten Weg“, den jemand im Leben geht (wenn etwa eine Frau liebevoll für Kinder und Familie sorgt). Immer aber beinhaltet eine Vision den Gedanken, anderen Menschen zu helfen und Gutes für die Allgemeinheit zu tun. Was dagegen der „zivilisierte Mensch“ heute oft als Vision bezeichnet (z. B. Reichtümer zu erlangen), ist nichts als erweiterter Egoismus.

buch FeyererEine wichtige Forderung indianischen Lebens lautet: „Ehre die Alten“. Dieser Satz wird oft zum Thema indianischer Tanzfeste („Pow-Wows“) gewählt, die zwar allgemein zugänglich sind, aber auch „heilige“ Rituale beinhalten können, die man nicht fotografieren darf. Unseren Jugendlichkeitswahn und eine respektlose Behandlung von „Senioren“, empfinden traditionell denkende Indianer als weiße Geistesschwäche, die jede Gesellschaft zerstört. Ebenso der gefühllose Umgang mit Kindern oder die Herabwürdigung der Frau und ihrer natürlichen Eigenheiten. Für indianische Frauen stellte bereits ihre Gebärfähigkeit die Grundlage einer Vision dar, sie galten trotz strenger Arbeitsteilung als vollwertige Mitglieder der Gemeinschaft und konnten sogar „Häuptlinge“ werden. Was den indianischen Mann auszeichnete, waren vor allem Tapferkeit, Loyalität, Selbstbeherrschung und Höflichkeit. Frauen oder Kinder schlecht zu behandeln oder gar zu schlagen, wurde als verachtenswert angesehen. Bei ernsten familiären Problemen oder Trennungen verhinderte der Schutz des Clans sowie der Rat der Alten unlösbare Konflikte. Die Indianer leiden selbst sehr unter dem Verlust dieser Werte in den eigenen Reihen, denn das harte Reservatsleben ist leider zu oft geprägt von Arbeitslosigkeit, demgemäß Trunksucht und familiärer Gewalt.

In der Behandlung von Krankheiten und seelischen Leiden (diese kamen früher selten vor) waren Indianerschamanen ausgesprochen erfolgreich. Sie verfügten über alles Wissen, das nötig war, um ihrem Stamm das Überleben zu sichern. Einzig gegen eingeschleppte weiße Infektionskrankheiten war ihr Immunsystem zu wenig trainiert und ganze Völker wurden dezimiert. Auf Alkohol reagieren Indianer genetisch sehr empfindlich – auch das besiegelte ihr Schicksal. Insgesamt sind die Indianervölker Nordamerikas bis heute bemüht, ihre Zeremonien und Bräuche vor der Gier und dem Spott der Weißen zu schützen. Berühmt wurde ihr großes Wissen über Pflanzenmedizin, weil sie es in Einzelfällen mit Weißen wohlwollend geteilt haben. Weiße, die Indianerfrauen heirateten, hatten in ihnen sehr fähige Wirtschafterinnen und großartige Mütter ihrer Kinder.

Geschenke pflanzlicher Heilkraft

Wenn das eine oder andere indianische Heilrezept in weiße Hände gelangte, so galt dies unter „First Nations“ meist als Verrat an der Gemeinschaft, oder es handelte sich eben um einen spontanen Akt des guten Willens. Einige Medizinkundige indianischer Abstammung sind auch der Ansicht, dass langsam eine Zeit der Aussöhnung mit den Weißen beginnen muss. Durch einen solchen Glücksfall gelangte ein als „Essiac“ bekanntes Teerezept durch einen freundlich gesinnten Indianer in die Hände von Renée M. Caisse, einer kanadischen Krankenschwester, die damit vielen Krebskranken ihr Leiden erleichtern konnte. Wie sich später zeigte, war diese Rezeptur nur ein Bruchteil des ursprünglich aus 9 Kräutern und Wurzeln bestehenden Heiltrankes mit dem Namen „Utinam“, über den in der neuen Welt seit jeher viel spekuliert wurde. Neben der Vier gilt die Zahl Neun als heilig und „Utinam“ stellt eine Umkehrung des Wortes „Manitu“ dar, das die Indianer nicht grundlos aussprechen. Sie umschreiben den „Heiligen Trank“, dessen Rezept von den Ojibwa- und Cree-Indianern Kanadas stammen soll, deshalb oft mit dem Ausdruck „Auf Adlers Flügeln schwingendes Lebenselexier“. Aus denselben Gründen wählte Renée Caisse respektvoll ihren umgekehrten Namen für den erhaltenen Wundertee: „Essiac“. Dieser zeigte auch mit nur vier Bestandteilen eine erstaunliche Heilkraft.

Nach vielfacher Suche wurde schließlich dem respektvoll den Kontakt mit Indianern suchenden Ehepaar Fischer aus Europa von einer Medizinfrau der Midewiwin (traditionelles Medizinbündnis der Ojibwa- und Cree-Indianer) ein 9 Bestandteile umfassendes Originalrezept, genannt „Utinam“, treuhänderisch übergeben. Um es vielen Menschen zugänglich zu machen, wurde die „Indian Wisdom Foundation“ (IWF) ins Leben gerufen.

Den Tee nannte man „Original Indian Essence“. Es handelt sich um ein qualitätsgeprüftes, naturreines Gemisch aus 9 getrockneten Kräutern, Wurzeln und Algen, das als konzentrierte Essenz zubereitet und verdünnt, löffelweise eingenommen wird. Es ist heute im gesamen EU-Raum, der Schweiz sowie in Kanada und den USA frei erhältlich. Die Packung zeigt einen fliegenden Adler und die beiden heiligen Adlerfedern (Midewiwin- Symbol). Der Tee wurde als Verzehrprodukt zugelassen, man will ihn bewusst nicht auf die Patentschiene der Wissenschaft bringen, um auch den Preis so halten zu können, dass dieses Gesundheitsmittel für jeden erschwinglich bleibt. In Europa kann der Tee über einige Internetshops, Reformhäuser oder direkt vom Zentralvertrieb in Bruchsal in gleichbleibend hoher Qualität bezogen werden. Er konnte sogar schon einer Patientin in China Hilfe bringen. Die Rezeptur stellt – wie zuvor Essiac – eine seltene Ausnahme des Grundsatzes dar, dass indianische „Medizin“ nicht in weiße Hände gelangen soll, und die IWF ist bemüht, dieses Vertrauen zu rechtfertigen, auch wenn sich das Verhältnis zu indigenen Gemeinschaften heute wieder zunehmend schwieriger gestaltet.

Unter den vielen angeblichen „Indianertees“, die weltweit angeboten werden, ist „Original Indian Essence“ jedenfalls ein „echtes“ indianisches Rezept. Die getrocknete Pflanzenmixtur besteht aus Klettenwurzel, kleinem Ampfer, Rotulmenrinde, Brennnessel, Benediktenkraut, Mistelblättern, Braunalgen, Brunnenkresse und Rotkleeblüten – frei von jeglichen Begleitstoffen. Es handelt sich bei diesen Pflanzen um reichlich nachwachsende „Unkräuter“ in einem standardisierten Mischungsverhältnis, deren heilende Kraft sich in eben dieser Form bewährt hat. Der Tee wird zu einem Absud (einer Essenz) gekocht und in kleiner Menge täglich eingenommen.

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Die Hauptwirkung von „Original Indian Essence“ zielt auf eine Stärkung des Immun systems, eine Harmonisierung des gesamten Stoffwechsels und der Verdauung. Die lebensspendende Kraft solcher Pflanzengemische beruht – wie etwa auch in der Traditionellen Tibetischen Medizin – auf einem perfekten Zusammenspiel der völlig naturbelassenen Bestandteile – dem sogenannten Synergismus. Zahlreiche Erfolgsberichte von Anwendern bescheinigen diesem Tee ausgezeichnete gesundheitliche Wirkungen. Er wird in der Praxis u. a. gegen Erkältung und Grippe, Allergien, Diabetes, Kreislaufbeschwerden, Bluthochdruck oder als Aufbau- und Reinigungskur nach schweren Krankheiten genutzt. Nach Angaben der Medizinfrau wurde ihr Rezept zusätzlich mit den guten Segenswünschen der Midewiwin ausgestattet, sodass ihm auch spirituelle Wirkungen innewohnen. Wie Christen an die besondere Kraft von geweihtem Wasser glauben, so ist es für Indianer selbstverständlich, das Sammeln von Kräutern und die Herstellung von Medizin mit Ritualen zu begleiten. Meist wird auch das „Medizinrad“ (eine Art Orakel) befragt. Es zeigt dem Kräuterkundigen, dem „Medizinmann“ oder der „Medizinfrau“, wo das Leben eines Hilfesuchenden aus den Fugen geraten ist und welche Heilmittel er gerade benötigt. Die passende Rezeptur wird dann intuitiv „gefunden“. Original Indian Essence, wie es heute als Rezept vorliegt, wurde zusätzlich in spezieller Weise auf die Bedürfnisse westlicher Nutzer mit ihren vielfältigen „Zivilisationsleiden“ angepasst.

Krone des Heilwissens

Aus indianischer Sicht schafft die Einnahme von Original Indian Essence eine bessere Verbindung zum „höheren Selbst“ und bringt uns in neue Harmonie mit dem „Großen Geist“, sprich dem ganzen Universum. Körperliche und seelische Gesundung sind die logische Folge dieses Ausgleichs. Darin stimmen indianische und asiatische Medizinsysteme, sowie die traditionellen Heilweisen aller Naturvölker rund um den Erdball in faszinierender Art überein.

Besonders viele Parallelen zeigen sich etwa zwischen indianischem Heilwissen und buddhistisch geprägten Medizinsystemen. Hier wie dort scheint die Krone des Heilwissens in ausgefeilten Kräutergemischen (Indianer nennen sie z. B. „Bärenmedizin“) zu liegen, welche von Schamanen und Medizingelehrten über Jahrhunderte weitergegeben und gepflegt wurden. Dies zeigt sich gleichermaßen in der TCM, dem indischen Ayurveda und eben besonders in der traditionellen tibetischen Medizin (TTM). In der indianischen (aber auch der europäischen) Naturheilkunde, wo sehr oft Einzelpflanzen verwendet werden, gehören Rezepte wie „Original Indian Essence“ zu den interessanten Ausnahmen und sind schon deshalb als großes Geschenk an die Allgemeinheit zu werten. Wo immer es möglich ist, von den Vertretern traditioneller Heilkunde und ihrer spirituellen Weisheit zu lernen, sollte diese Chance respektvoll genutzt und materiell und energetisch etwas zurückgegeben werden. Nur so kann sich die Hoffnung indigener Völker erfüllen, dass auch wir „Bleichgesichter“ in Zukunft fähig sein werden, das Erbe ihrer Ahnen zu respektieren.

 

Hinweis: die Informationen dieses Artikels ersetzen nicht die Diagnose und Behandlung durch einen Arzt und stellen keine Anleitung zur Selbstbehandlung dar. Eine Haftung für Sach- oder Personenschäden ist daher für Autorin und Verlag ausgeschlossen!

ORIGINAL INDIAN ESSENCE – Indianisches Kräuterwissen als Weg zu mehr Gesundheit

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